. Cochrane-Review

Studie: Anonyme Alkoholiker helfen tatsächlich bei der Überwindung von Alkoholsucht

Die Anonymen Alkoholiker (AA) helfen Betroffenen, von ihrer Alkoholabhängigkeit loszukommen. Ein neuer Cochrane-Review konnte zeigen, dass AA-Gruppen bei der Überwindung der Sucht tatsächlich helfen – und das sogar besser als Behandlungen wie die kognitive Verhaltenstherapie.
Anonyme Alkoholiker

Die Teilnahme an Gruppen der Anonymen Alkoholiker hat sich in Studien als wirksam erwiesen

Alkoholsucht ist ein sehr stark verbreitetes Problem, das für erhebliches Leid von Betroffenen und ihrem persönlichen Umfeld sorgt. Ein bekanntes Selbsthilfekonzept wird von den sogenannten Anonymen Alkoholikern (AA) angeboten. Sie treffen sich in von Betroffenen geführten Gruppen und stützen sich auf ein Zwölf-Schritte-Programm. Wie wirksam die Gruppen und das Programm tatsächlich sind, haben nun Forscher in einer Meta-Analyse untersucht. Die Auswertung von 27 Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmern ergab, dass die Teilnahme an AA-Gruppen Alkoholabhängigen hilft, auf Dauer abstinent zu bleiben. Demnach sind die Gruppen sogar wirksamer als andere Behandlungsmethoden wie zum Beispiel eine kognitive Verhaltenstherapie.

Zwölf-Schritte-Programme untersucht

Der Cochrane-Review befasste sich mit der Wirkung von AA-Gruppen sowie speziell geförderten Zwölf-Schritte-Programme, die sich aus den Grundregeln der Anonymen Alkoholikern ableiten. Sie werden von Klinikpersonal geleitet und zielen vor allem darauf ab, Betroffene während des körperlichen Entzugs und dauerhaft danach zur Teilnahme an AA-Sitzungen zu ermutigen. Einige dieser Programme folgen einem Handbuch, das dazu beitragen soll, dass die Behandlung unabhängig von Zeit und Ort vergleichbar verläuft.

Konzept der Anonymen Alkoholiker wirksam

Die Forscher untersuchten die Wirkung der Gruppen und Programme auf die langfristige Abstinenz bzw. die Verringerung des Alkoholkonsums. Auch die negativen Folgen von Alkoholmissbrauch wie körperliche Beeinträchtigungen oder familiäre und berufliche Probleme wurden analysiert.

Dabei zeigte sich, dass klinische, mit Hilfe eines Handbuchs durchgeführte Zwölf-Schritte-Förderprogramme im Vergleich zu anderen Behandlungsansätzen wie der kognitiven Verhaltenstherapie häufiger zu kontinuierlicher Abstinenz führten. Zudem blieben 42 Prozent der AA-Teilnehmer ein Jahr später vollständig abstinent; bei anderen Therapiemethoden waren es nur 35 Prozent der Teilnehmer.

Bewährte Programme helfen am besten

Koautor Dr. John Kelly, Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School, hält es für eine wichtige Erkenntnis aus dem Review, dass es durchaus einen Unterschied macht, welche Art von Zwölf-Schritte-Förderprogrammen die Menschen erhalten. „Besser organisierte und gut formulierte klinische Behandlungen haben das beste Ergebnis“, so Kelly. „Mit anderen Worten, es ist wichtig, dass klinische Programme und Ärzte auf eines der bewährten handbuchgestützten Programme zurückgreifen, um den Nutzen der Teilnahme an AA für ihre Patienten zu maximieren.“

Foto: © Adobe Stock/fizkes

Autor: anvo
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