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Studie: Akupressur bei Regelschmerzen kann helfen

Akupressur bei Regelschmerzen kann die Beschwerden lindern. Das legen die Ergebnisse einer Studie zum Einsatz einer App mit einer Anleitung zu dem alternativen Heilverfahren bei Menstruationsschmerzen nahe.
Studie bestätigt Effekte von Akupressur bei Regelschmerzen

Mehr als die Hälfte aller Frauen kennen Menstruationsbeschwerden und Regelschmerzen.

Hilft Akupressur bei Regelschmerzen? Das wollten Wissenschaftler der Berliner Uniklinik Charité herausfinden. Die Teilnehmerinnen an der Studie haben sich aber eine App mit einer Anleitung zur Akupressur gewünscht. Und so hat die Studie letztlich untersucht, ob eine Anleitung zur Akupressur bei Regelschmerzen per App helfen kann, die Schmerzen zu reduzieren. Die Ergebnisse wurden nun im Fachmagazin American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht.

„Ursprünglich wollten wir nur eine Studie zu Selbsthilfeverfahren bei Regelschmerzen durchführen. Wir hatten aber betroffene Frauen schon bei der Planung mit einbezogen und diese haben sich eine App gewünscht“, berichtet Studienleiterin Professor Claudia Witt vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité.

Als Vorteile einer App werten die Wissenschaftler, dass die bildhafte Darstellung genau zeige, welchen Punkt die Studienteilnehmerinnen für den gewünschten Heilungseffekt drücken müssten und die Funktion der App, die Teilnehmerinnen regelmäßig an die Behandlung zu erinnern. Zudem wurden die gesamten Studiendaten mit Hilfe der App erhoben. Die App habe den Studienteilnehmerinnen geholfen, eine einfache Selbstakupressur von drei Akupunkturpunkten durchzuführen, so Witt weiter.

Akupressur bei Regelschmerzen erfolgreich per App angeleitet

Akupressur ist ein Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), das mit Druck oder Massage arbeitet und daher auch selbst vorgenommen werden kann. Für die Studie wurden insgesamt 221 Frauen mit Menstruationsbeschwerden zwischen 18 und 34 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen erhielten eine App mit einer kurzen Einweisung in eine Selbstbehandlung. Doch nur die Interventionsgruppe bekam eine App-Version, die sie zur korrekten Selbstakupressur kurz vor und während der Menstruation anleitete.

Nach drei Monaten erreichten laut Studie 37 Prozent der Teilnehmerinnen in der Akupressurgruppe eine fünfzigprozentige Schmerzreduktion. Nach sechs Monaten waren es den Angaben zufolge mit 58 Prozent sogar mehr als die Hälfte. In der Kontrollgruppe wurde zu beiden Zeitpunkten bei rund fünfundzwanzig Prozent der Teilnehmerinnen eine deutliche Schmerzreduktion festgestellt. Die Teilnehmerinnen der Akupressurgruppe nahmen den Angaben zufolge auch weniger Schmerzmedikamente ein und berichteten über eine geringere Schmerzintensität als die Frauen in der Kontrollgruppe.

 

Frauen wenden Akupressur bei Regelschmerzen langfristig an

Die Forscher zeigten sich von einigen Ergebnissen überrascht, so etwa von der ausgeprägten Compliance der Nutzerinnen. „Wir waren erstaunt, dass nach sechs Monaten noch zwei Drittel der Teilnehmerinnen die Selbstakupressur weiterhin durchführten“, so Dr. Daniel Pach vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie.

Die Studie ist jedoch nicht nur bemerkenswert, weil sie auf einen Nutzen der Akupressur bei Regelschmerzen hindeutet. Denn der Nutzen von alternativen Heilverfahren ist nur selten nachgewiesen. Gleiches gilt für den Nutzen von Gesundheits-Apps. „Bisher ist der medizinische Nutzen von Apps wenig untersucht und nur für einige von ihnen wurden überhaupt randomisierte kontrollierte Studien durchgeführt“, so Pach weiter. Die Charité-Studie zeige damit, dass sich auch eine App gut in einer klinischen Studie untersuchen lasse, so Pach. Die App Luna wurde für iOS gerade noch einmal inhaltlich und technisch aktualisiert.

Rund 50 bis 90 Prozent aller jungen Frauen kennen den Angaben zufolge Schmerzen während der Periode, Neben Krämpfen im Unterbauch zählen dazu auch Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit oder Durchfall.

Foto: Nagel’s Blickwinkel – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
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