. Schlaf und Gesundheit

Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus erhöhen Diabetes-Gefahr

Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus können das Risiko für Diabetes erhöhen. Daher sind Menschen, die durch ihren biologischen Chronotyp zu den Nachtmenschen gehören und am Wochenende gerne ausschlafen, besonders gefährdet.
Störungen im Schlafhytmus können zu Diabetes führen

Wer seinen Schlafrythmus häufig wechselt, lebt ungesund

Der Schlafforschung zufolge gibt es unter den Menschen verschiedene Chronotypen, die sich darin unterscheiden, ob sie Frühaufsteher (sogenannte „Lerchen“) oder Nachtmenschen („Eulen“) sind. Während letztere unter der Woche meistens gegen ihren natürlichen Chronotypus leben, schlafen sie am Wochenende gerne aus, was zu einer Art „sozialem Jetlag“ am Wochenanfang führt. Das heißt, sie leiden jede Woche unter den gleichen Symptomen, denen Menschen nach Flügen über mehrere Zeitzonen hinweg ausgesetzt sind. Dass diese Lebensweise gesundheitliche Nachteile mit sich bringen kann, haben nun Forscher von der Universität Pittsburgh nachgewiesen. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

„Sozialer Jetlag“ erhöht Diabetes-Risiko

Für die Studie untersuchte ein Forscherteam um Patricia Wong 447 gesunde Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 54 Jahren. Wie sich zeigte, verschoben sich bei 85 Prozent der Teilnehmer die Schlafzeiten an den Wochenenden auf einen späteren Zeitpunkt. Die anderen 15 Prozent waren am Wochenende sogar früher wach als unter der Woche. Die Forscher untersuchten nun, welche Probanden unter kardiometabolischen Risikofaktoren für Diabetes litten.

Sie konnten zeigen, dass sich regelmäßige Verschiebungen im Tag-Nacht-Rhythmus tatsächlich ungünstig auf einige kardio­meta­bolische Parameter auswirkten, die als Risikofaktoren für Typ 2-Diabetes gelten. So ging die wiederholte Verschiebung der Schlafzeiten mit einem niedri­geren HDL-Cholesterin und einem höheren Nüchtern-Insulin einher. Zudem war die Insulin­sensitivität bei den Langschläfern vermindert und die Betroffenen waren häufiger über­gewichtig. Diese Ergebnisse veränderten sich auch nicht, nachdem andere Risikofaktoren für Diabetes aus der Berechnung herausgerechnet worden waren.

Verschiebungen im Schlafrhythmus können zu Übergewicht führen

Einen abschließenden Beweis, dass der Jetlag die Risikofaktoren für Diabetes tatsächlich erhöhen kann, bietet die vorliegende Untersuchung noch nicht. Erst prospektive Beobachtungsstudien könnten die Vermutung bestätigen. Allerdings konnten schon vor einigen Jahren US-Forscher in prospektiven Studien zeigen, dass Störungen im Tag-Nacht-Rhythmus sowie zu wenig Schlaf Prädiabetes, eine Vorstufe der Zuckerkrankheit, hervorrufen kann. Bei den Probanden der Studie hatte die Verschiebung im Schlafrhythmus zu Stressreaktionen sowie zu Insulinresistenz und Gewichtszunahme geführt.

Einige Schlafmediziner fordern schon seit längerem flexible Arbeitszeiten, um den unterschiedlichen Chronotypen gerechter zu werden. Zwar synchronisiert sich die innere Uhr ständig mit den Umweltbedingungen und reagiert zum Beispiel auf äußere Einflüsse wie das Licht, dennoch ist unser Chronotyp zum großen Teil genetisch festgelegt. Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass die Anpassung der Arbeitszeiten an den individuellen Tag-Nacht-Rhythmus das Leistungsvermögen sowie die Zufriedenheit steigern kann.

Foto: © Dan Race / fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin

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