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STIKO setzt auf Sicherheit: Keine Zweitimpfung für jüngere mit AstraZeneca

Am Donnerstagabend hat die STIKO ihre Impfempfehlungen aktualisiert. Menschen über 60, die eine Erstimpfung AstraZeneca erhalten hatten, sollen demnach mit einem mRNA-Imfstoff nachgeimpft werden. Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission jetzt den Vektor-Impfstoff von Johnson und Johnson.
Jüngere Personen sollen keine Zweitimpfung mit Vaxzevria von AstraZeneca bekommen, teilte die STIKO am 1. April mit

Jüngere Personen sollen keine Zweitimpfung mit Vaxzevria von AstraZeneca bekommen, teilte die STIKO am 1. April mit

Am Dienstag hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) entschieden, das Covid-19-Vakzin Vaxzevria von AstraZeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren zu empfehlen. Offen blieb die Frage, ob jüngere, die bereits einmal mit Vaxzevria geimpft worden sind, bei der Zweitimpfung nun einen anderen Impfstoff bekommen sollen. Hierzu hat die STIKO am Donnerstagabend nun eine Empfehlung ausgesprochen.

Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff für U60 empfohlen

Demnach sollen Personen unter 60 Jahren anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung verabreicht bekommen. Die STIKO betont allerding, dass es zu einer „gemischten Impfserie“ noch keine wissenschaftliche Evidenz gibt. Die Empfehlung gilt von daher nur so lange, bis entsprechende Daten vorliegen.

 

Sicherheitsbedenken überwiegen

Hintergrund der Altersbeschränkung sind schwere Fälle von Hirnvenenthrombosen zum Teil in Kombination mit Thrombozytopenien, die 4 bis 16 Tage nach einer Impfung mit AstraZeneca auftraten. Obwohl deutlich mehr Frauen betroffen waren als Männer, schränkt die STIKO nach Risiko-Nutzen-Abwägung ihre Empfehlung für beide Geschlechter ein. „Da alternative Impfstoffe ohne dieses Sicherheitssignal verfügbar sind“, begründet die STIKO die Entscheidung.

Die STIKO setzt damit auf Sicherheit. Jüngeren Impfwilligen steht es jedoch frei, sich mit dem AstraZeneca-Vakzin impfen zu lassen. „Der Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich“, so die STIKO in ihrer vierten Aktualisierung vom 1. April

AstraZeneca ist der einzige Covid-19-Impfstoff, für den die STIKO eine Altersbeschränkung außerhalb der Zulassung vorsieht. Trotz der großen Sicherheitsbedenken ist Vaxzevria in der EU immer noch für alle Personen ab 18 Jahren zugelassen.

STIKO empfiehlt Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson uneingeschränkt

Für die beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe Comirnaty von BioNTech/Pfizer und das Covid-19-Vaccine von Moderna sowie den Vektor-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gibt es in Deutschland keine Sonderregelung. Janssen war am 12. März in der EU zugelassen worden und wird nun auch von der STIKO ohne Altersbeschränkung empfohlen. Der Impfstoff besitzt nach der bisherigen Datenlage eine Wirksamkeit von 65 Prozent. Im Unterschied zu den übrigen drei Covid-19-Impfstoffen ist bisher nur eine Impfstoffdosis erforderlich.

Foto: © Adobe Stock/Giovanni Cancemi

Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
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