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STIKO: Ja, zur HPV-Impfung

Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs stand lange in der Kritik, insbesondere wegen ihrer Kosten-Nutzen-Relation. Nun liegt ein neues Gutachten der Ständigen Impfkommission (STIKO) vor. Darin empfiehlt die STIKO erneut eine Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.
STIKO: Ja, zur HPV-Impfung

© Thomas Max Müller / PIXELIO

Humane Papillomaviren gelten als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Deshalb hatte die STIKO bereits im März 2007 eine Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen und damit Krankenkassen ab Juli 2007 zur Kostenübernahme gezwungen. Daraufhin ist eine öffentliche Kosten-Nutzen-Diskussion entbrannt: Rund 480 Euro kosten die Impfstoffe derzeit pro Person - bei einmaliger Dreifachimpfung.

Mit dem neuerlichen Gutachten ist die STIKO einer Aufforderung des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (GBA) nachgekommen, die aktuell vorliegenden Impfstoffstudien neu zu bewerten. Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin (Nr. 32) des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat die Ständige Impfkommission die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV) neu bewertet und die Empfehlung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren erneuert.

Gutachten zur HPV-Impfung

"Wir sind froh, dass mit der aktuellen Bewertung durch die STIKO ein unabhängiges, ausgewogenes und sehr differenziertes Gutachten vorliegt. Das Gutachten sollte helfen, den zuletzt nicht immer sachlich geführten Streit zwischen Wissenschaftlern und Medizinern über die Wirksamkeit der Impfung zu schlichten", erklärt Professor Matthias Beckmann, Gynäkologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebsgesellschaft.

Den Hauptkritikpunkt der Kosten-Nutzen-Relation liess aber auch die aktuelle Empfehlung der STIKO bewusst aus. Im Bulletin heisst es: "Die Frage, ob die in der Öffentlichkeit geäusserte Kritik an dem Preis der Impfung berechtigt ist, kann durch die STIKO nicht beantwortet werden. Die Aufgabe der STIKO besteht in der Durchführung einer epidemiologischen Nutzen-Risiko-Bewertung und ausdrücklich nicht in der Beurteilung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses."

 

Kosten-Nutzen der Impfung

Es liegen jedoch Publikationen zur Beurteilung von Kosten-Nutzen-Relationen für die HPV-Impfung für unterschiedliche Länder vor (z. B. UK, die Niederlande, Frankreich, Deutschland). Unabhängig davon wurde bislang in 19 europäischen Staaten eine HPV-Impfempfehlung eingeführt - die Kosten-Nutzen-Relation der Impfung wurde jeweils als positiv eingestuft. Dies gilt insbesondere für Länder, in denen der Zugang zu Impfungen über Schulimpfungsprogramme gewährleistet ist (z. B. Schweden, UK, die Niederlande)."

"Ich warne hier ausdrücklich vor einer verfrühten Kosten-Nutzen-Debatte, wenn es zunächst um den Impfschutz an sich geht", so Beckmann. Er verweist darauf, dass genau diese zuletzt undifferenzierte Diskussion der Impfung ein hohes Mass an Vertrauen gekostet habe. "Das eine Kosten-Nutzen-Debatte geführt werden muss, und eine Kostensenkung wünschenswert ist, ist selbstredend."
Beckmann hofft, dass durch das vorliegende Gutachten nun die Ärzteschaft geschlossen für die Impfempfehlung eintritt und damit verlorenes Vertrauen bei Mädchen und Frauen zurückgewinnt.

Weitere Informationen unter: www.rki.de

 

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