Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

STIKO empfiehlt Ehrenamtlichen Hepatitis-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen modifiziert. Ehrenamtlichen Helfern wird nun zu einer Impfung gegen Hepatitis A und B geraten. Änderungen gab es auch bei Grippe und Tetanus.
In der Saison 2017/2018 zieht die STIKO einige Impfempfehlungen zurück. Bei Hepatitis A und B wurden die Empfehlungen auf ehrenamtliche Helfer erweitert

In der Saison 2017/2018 zieht die STIKO einige Impfempfehlungen zurück. Bei Hepatitis A und B wurden die Empfehlungen auf ehrenamtliche Helfer erweitert

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Impfungen gegen Hepatitis A und B, Grippe und Tetanus.

Die Impfung gegen Hepatitis A und B empfiehlt die STIKO nun auch ehrenamtlich Tätigen, also etwa freiwilligen Helfern in Flüchtlingsunterkünften, sozialen Einrichtungen oder von Wohlfahrtsorganisationen. Impfen lassen soll sich demnach jeder, der einem vergleichbaren Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist wie beruflich tätige Personen. Die STIKO stellt damit klar, dass die Art der Tätigkeit über die Indikation zur Impfung entscheidet und nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt ist, wie es bislang der Fall war. Auch Auszubildende, Studierende und Praktikanten werden nun ausdrücklich genannt. Damit trägt die STIKO zwei Jahre nach dem großen Flüchtlingsansturm dem enormen ehrenamtlichen Engagement in Deutschland Rechnung. 

Grippeimpfung künftig nicht mehr durch die Nase

Bei der Grippeimpfung für kleine Kinder zieht die STIKO dagegen eine Empfehlung zurück: Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kommission ihre Empfehlung vorläufig ausgesetzt, Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bevorzugt mit einem Lebendimpfstoff zu impfen, der über die Nase verabreicht wird. Die Empfehlung wurde nun endgültig zurückgezogen. In den letzten Jahren sei im Vergleich zu den inaktivierten Impfstoffen keine überlegene Wirksamkeit für diese Art von Impfung mehr nachweisbar gewesen, hieß es zur Begründung.

Die Tetanus-Impfung soll nach wie vor alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Eine Auffrischimpfung gegen Tetanus bei geringfügigen, sauberen Wunden empfiehlt die STIKO dagegen nur noch dann, wenn seit der letzten Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind. Damit hat die Impfkommission die 2016 erfolgte Absenkung der Frist von zehn auf fünf Jahre rückgängig gemacht.

 

Herpes Zoster wird keine Standardimpfung

Nach wie vor eine Absage erteilt die STIKO dem Lebendimpfstoff gegen Herpes Zoster. Ein entsprechender Impfstoff ist seit 2013 für Menschen ab 50 Jahren zugelassen, um durch Herpes Zoster verursachten Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) zu verhindern. Die STIKO sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ab, die Impfung mit diesem Impfstoff als Standardimpfung zu empfehlen. Das heißt aber nicht, dass der Impfstoff nicht wirksam ist. Nach Auskunft der STIKO sind keine epidemiologischen Effekte zu erwarten – was übersetzt heißt: alle Menschen über 50 Jahre zu impfen wäre zu teuer im Vergleich zur Senkung der Erkrankungszahlen.

Neu eingefügt hat die STIKO einen Abschnitt zu Impfungen von Patienten mit geschwächtem Immunsystem und Immunsuppression. Detaillierte Anwendungshinweise sollen bis Anfang 2018 im Bundesgesundheitsblatt erscheinen.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Prävention , Impfen , Hepatitis A , Hepatitis B
 

Weitere Nachrichten zum Thema Impfungen

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin