. Schlankheitsmittel im Test

Stiftung Warentest: Schlankheitsmittel verschlanken nur die Geldbörse

Die Stiftung Warentest hat 20 Schlankheitsmittel unter die Lupe genommen – von Sättigungskapseln über Fatburner bis hin zu Fett- und Kohlenhydratblocker. Das Ergebnis: Die Pulver und Pillen helfen kaum beim Abspecken, und schon gar nicht langfristig.
Ohne Wirkung: Schlankheitsmittel helfen kaum beim Abspecken, fand die Stiftung Warentest heraus

Ohne Wirkung: Schlankheitsmittel helfen kaum beim Abspecken, fand die Stiftung Warentest heraus

Die gute Nachricht zuerst: Gesundheitsgefährdende Stoffe haben die Warentester in den untersuchten Schlankheitsmitteln nicht gefunden. Aber: Beim Abnehmen helfen sie offenbar auch nicht. Lediglich fünf der 20 getesteten Mittel zeigten eine kurzfristige Wirkung, darunter vier Sättigungskapseln und ein Fettblocker, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift test 02/2014. Einen Langzeiteffekt konnten die Warentester mangels entsprechender Studien bei keinem der Mittel nachweisen.

Im Test befanden sich 20 frei verkäufliche Schlankheitsmittel in Tabletten-, Kapsel- oder Pulverform, die man in der Apotheke, in Drogerie, im Reformhaus oder im Internet sowie in einem Teleshoppingkanal kaufen kann. Darunter waren sechs Sättigungskapseln, fünf Fettblocker, vier Kohlenhydratblocker und fünf Fatburner. Verbraucher zahlen dafür zwischen 99 Cent und vier Euro pro Tagesdosis.

15 Schlankheitsmittel zeigten im Test überhaupt keinen Effekt

Einen geringfügigen kurzfristigen Effekt beim Abnehmen bescheinigten die Warentester vier Sättigungskapseln mit so genannten Glucomannanen, das sind Ballaststoffe aus der Konjakwurzel. Abnehmen könne man damit aber nur bei gleichzeitiger kalorienreduzierter Kost. Auch der Fettblocker mit Formoline helfe kurzfristig bei der Gewichtsreduktion, heißt es im test. Generell bestünde aber bei allen Mitteln, die im Magen quellen und so den Appetit zügeln sollen, Verstopfungsgefahr, falls nicht ausreichend Flüssigkeit dazu getrunken werde.

Einfach schlucken und dann dünner werden? Laut Stiftung Warentest bleibt das mehr Wunsch als Wirklichkeit. Übergewichtige, die abspecken wollten, sollten langfristig besser viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen, als sich auf künstliche Schlankheitsmittel zu verlassen, so das Fazit der Warentester. Denn die Pulver und Pillen mit ihrer verlockenden Werbung von gertenschlanken Frauentaillen verschlankten allenfalls die Geldbörse der Verbraucher.  

Die Zeitschrift Oeko-Test war in einem Testurteil von 2010 übrigens zu ähnlichen Ergebnissen gelangt. Von den damals 20 getesteten Schlankheitsmitteln fielen 17 mit den Noten "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Nur drei Produkte schnitten mit "befriedigend" und "ausreichend" ab.

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Nahrungsergänzungsmittel , Übergewicht

Weitere Nachrichten zum Thema Nahrungsergänzungsmitel

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Der Nutzen von Alzheimer-Tests wurde offenbar nie in Studien untersucht. Das geht aus einer Überprüfung des Igel-Monitors hervor. Ob die Früherkennung tatsächlich so sinnlos ist, wie es der Monitor jetzt darstellt, ist aber keinesfalls ausgemacht.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

Adlershof con.vent. - Veranstaltungszentrum, Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin

Vivantes Klinikum Spandau, Neue Bergstraße 6, 13585 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.