. KiGGS-Studie

Stiefkinder häufiger psychisch belastet

Kinder, die mit nur einem Elternteil aufwachsen, und Kinder aus Stieffamilien zeigen häufiger psychische Auffälligkeiten als Kinder, die mit beiden leiblichen Eltern heranwachsen. Sie leiden auch häufiger an chronischen Erkrankungen und ernähren sich schlechter.

Vater, Mutter Kind? Nicht alle Kinder haben gleich gute Chancen!

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Instituts (RKI). Im Vergleich zu Kindern aus Kernfamilien sei das Risiko, psychisch auffällig zu sein, für Kinder aus Familien mit einem Elternteil um das 2,3-fache und für Kinder aus Stieffamilien um das 2,6-fache erhöht, so die Autoren der Studie. Dieses erhöhte Risiko könne nicht auf Unterschiede im Sozialstatus oder im Familienklima zurückgeführt werden. Die Wissenschaftler des RKI nehmen an, dass insbesondere die Trennung der Eltern und die veränderte Familiensituation zu psychischen Auffälligkeiten führen. Aber auch die häufigeren chronischen Erkrankungen und die schlechtere Ernährung im Vergleich zu Kindern aus Kernfamilien lassen aufhorchen. 

Kinder aus Einelternfamilien leiden häufiger an chronischen und an seelischen Krankheiten

„Die Belastungen, die eine Trennung der Eltern häufig mit sich bringt, überfordert viele Kinder und Jugendliche“, so Peter Lehndorfer, Mitglied des Vorstands der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). „Eltern und Kinder brauchen die Gewissheit, dass sie schnell Unterstützung bekommen, wenn sie professionelle Hilfe brauchen. Hierbei geht es vor allem auch um die Abklärung, ob sich schon eine psychische Erkrankung entwickelt hat, die behandelt werden muss.“

12.000 Kinder und Jugendliche nahmen an der Befragung teil

KiGGS ist eine Langzeitstudie. Die erste Erhebung fand von 2003 bis 2006 statt. An der aktuellen Erhebung der KiGGS-Studie nahmen mehr als 12.000 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren mit ihren Eltern teil. Mit der KiGGS erhebt das RKI kontinuierlich Daten zur Gesundheit von Kindern in Deutschland.

Foto: © maal - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kindergesundheit

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer abnehmen möchte, greift gerne auf Obst zurück. Es ist vergleichsweise kalorienarm und lecker. Ernährungsexperten raten allerdings von zu vielen Obstmahlzeiten am Tag ab. Die zuckerhaltigen Snacks könnte den gegenteiligen Effekt bewirken.
In Flugzeugen lauern viele Keime – einige davon können unsere Gesundheit gefährden. Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena legten nun eine erste systematische Übersichtsarbeit über Krankheitserreger auf Materialien in Flugzeugen vor.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.