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Steiler Anstieg bei Corona-Krankschreibungen

Dienstag, 16. August 2022 – Autor:
Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Fälle sinkt. Aber die Zahl der wegen Covid-19 Krankgeschriebenen schnellt in die Höhe – allein bei der „Barmer“ um 175 Prozent binnen weniger Wochen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
Grafik: Krankschreibungen seit Beginn der Corona-Pandemie mit mehreren sichtbaren Wellen.

Die Zahlen bei den Krankschreibungen wegen Covid-19 steuern auf einen möglichen neuen Rekordwert zu. – Foto: bifg

Die Zahl der Corona-bedingten Krankschreibung steuert auf einen neuen Spitzenwert zu. Allein unter den Versicherten der Barmer ist deren Zahl im Juni/Juli innerhalb von drei Wochen um 175 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des „Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung“ (bifg) für die Gemeinschaft der bei der Barmer versicherten Erwerbstätigen. Den bisherigen Rekord bei Krankschreibungen wegen Covid-19 hatte die Barmer Ende März auf dem Höhepunkt der fünften Corona-Welle registriert.

Mitte Juli: Fast 68.000 Corona-Krankschreibungen je Kalenderwoche

Der Analyse zufolge waren in der Woche vom 17. bis 23. Juli rund 67.800 bei der Barmer versicherte Beschäftigte mit einer Covid-19-Infektion arbeitsunfähig. Das entspricht einem Anstieg um rund 175 Prozent im Vergleich zur Woche vom 29. Mai bis 4. Juni mit 24.600 Krankgeschriebenen. „Damit nähern sich die Krankschreibungen immer mehr dem Höhepunkt während der fünften Welle im Frühjahr dieses Jahres“, heißt es in einem Statement der Barmer zur Pandemielage. In der Spitze waren in der fünften Welle bis zu 88.600 Krankengeldanspruchsberechtigte arbeitsunfähig gewesen. Das war in der 13. Kalenderwoche vom 27. März bis zum 2. April.

 

Corona-Krankschreibungen: Niedersachsen am stärksten betroffen

Wie aus der Analyse weiter hervorgeht, gibt es massive regionale Unterschiede bei der Rate der Krankschreibungen mit einer Covid-19-Infektion. Demnach war zuletzt am stärksten Niedersachsen betroffen. Hier lag die Anzahl der Krankschreibungen mit Corona zwischen dem 17. und 23. Juli deutlich über dem Bundesdurchschnitt (238 vs. 181 Fälle je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigte). Auf Platz zwei und drei befanden sich Hessen und Rheinland-Pfalz mit 235 beziehungsweise 223 je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtige, die mit einer Corona-Infektion krankgeschrieben waren.

Sachsen bildet das Schlusslicht. Es lag mit 124 je 10.000 Anspruchsberechtigte deutlich darunter. Sachsen-Anhalt und Brandenburg hatten mit 137 beziehungsweise 141 je 10.000 Anspruchsberechtige ebenfalls vergleichsweise geringe AU-Zahlen in diesem Zeitraum.

Barmer-Zahlen kommen Deutschland-Trend sehr nahe

Die jetzt vom bifg-Institut vorgelegten Zahlen gelten naturgemäß nur für die Gruppe der bei der Barmer versicherten Erwerbstätigen. Allerdings ist die Barmer – gemessen an der Zahl der Versicherten – Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse. Damit lässt die jetzt vorgelegte Auswertung von Versichertendaten auch Rückschlüsse auf die Lage in der Gesamtbevölkerung zu.

Weniger Fälle, mehr Krankschreibungen: Das erklärt die Diskrepanz

Experten erklären die Diskrepanz zwischen Inzidenzen und Krankschreibungen damit, dass immer mehr Menschen ihre im Schnelltest festgestellte Infektion nicht mehr zusätzlich per PCR-Test überprüfen lassen. Doch nur mit PCR-Test bestätigte Infektionen fließen am Ende auch in die offiziellen Corona-Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) ein. Nicht einmal positive Schnelltests aus Teststationen tauchen in der offiziellen Statistik auf. dsomit durch den Rost. Daher ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Hauptkategorie: Corona
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