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Statt OP: Mit Wasserdampf gegen die vergrößerte Prostata

Fast jeder Mann bekommt irgendwann Probleme mit einer vergrößerten Prostata. Auch wenn die nur gutartig verändert ist: Abhilfe schafft oft nur eine Operation. Das Uniklinikum Münster wendet jetzt ein schonendes Verfahren mit Wasserdampf an.
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Auch junge Männer können schon Probleme mit einer vergrößerten Prostata bekommen.

"Fast jeder Mann bekommt irgendwann Probleme mit einer vergrößerten Prostata", sagt  Dr. Armin Secker vom Uniklinikum Münster (UKM). Das Männerorgan wächst im Laufe des Lebens - verbunden mit den bekannten Problemen beim Wasserlassen.

Auch wenn die meisten Vergrößerungen gutartig sind: Abhilfe schafft oft nur eine Operation. Oder das Verfahren mit Wasserdampf, das neuerdings in der Klinik für Urologie am UKM angewendet wird.

Auch relativ junge Männer betroffen

"Probleme mit einer vergrößerten Prostata haben nicht nur 70-Jährige", sagt Dr. Secker, Leiter der Sektion Endourologie und des Nierensteinzentrums der Klinik für Urologie und Kinderurologie. "Auch noch relativ junge Männer ab 35 Jahren können schon von einer Harnabfluss-Störung betroffen sein."

Das Problem, das der 46-jährige Sven Hutter hatte, war bei der urologischen Untersuchung deutlich vergrößert tastbar: "Meine Prostata war gefühlte 100 Jahre alt", beschreibt er. Vier bis fünf Mal pro Nacht wachte er auf und musste zur Toilette.

 

Statt Operation: Mit Wasserdampf gegen die vergrößerte Prostata

Vor sechs Wochen hat sich Sven Hutter einem minimal-invasiven Eingriff unterzogen, der das Problem des ständigen Harndrangs endgültig beheben soll: Statt einer Operation wird bei der Wasserdampf-Ablation per Endoskop 107 Grad Celsius heißer Wasserdampf im Gewebe der vergrößerten Prostata verteilt.

"Das geschieht alles endoskopisch kontrolliert durch die Harnröhre und auf Sicht, das heißt, wir können genau sehen, wo wir behandeln. Der Wasserdampf wirkt nur bis zur Kapsel der Prostata und verdampft überschüssiges Drüsengewebe. Nerven für die Erektion werden nicht betroffen", sagt Secker weiter in einer Pressemitteilung .

Minimal-invasives Verfahren erhält die Potenz

Im Zeitraum von bis zu drei Monaten nach dem Eingriff wird das überschüssige Gewebe abgebaut und die Drüse verkleinert sich. Unerwünschte Nebenwirkungen, die bei einer invasiven Operation im kleinen Becken drohen, wie Inkontinenz und Erektionsstörungen, sind damit quasi ausgeschlossen. Durch das nervenschonende Verfahren bleibt die Potenz erhalten.

"Die Wasserdampf-Ablation ist noch ein relativ junges Verfahren, aber die positiven Ergebnisse sind schon gut über Studien abgesichert", so Dr. Fabian Queißert, Leiter der Sektion Neurourologie sowie des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums.

Sven Hutter verspürt sechs Wochen nach dem Eingriff nur noch ein kleines Stechen beim Wasserlassen. Die Narkose habe er ohne Probleme überstanden, die Schmerzen seien überschaubar gewesen und  am dritten Tag nach der OP konnte er nach Hause zurück. Im September findet für ihn die letzte Nachuntersuchung statt.

Foto: korrawin/fotolia.com

Autor: bab
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