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Statine nach Herztransplantation senken Krebsrisiko

Patienten, die nach einer Herztransplantation Statine erhalten, scheinen ein geringeres Krebsrisiko zu haben als Patienten, die keine Statine bekommen. Darauf weist eine Studie Schweizer Kardiologen hin.
Nach einer Herztransplantation ist das Krebsrisiko erhöht

Nach einer Herztransplantation ist das Krebsrisiko erhöht

Nach einer Herztransplantation werden den Patienten häufig Statine verordnet, um einer Atherosklerose im transplantierten Organ entgegenzuwirken. Eine Studie von Herzmedizinern des Universitätsspitals Zürich (USZ) belegt nun eine weitere Wirkung der Statine. Offenbar senken sie nicht nur den Cholesterinspiegel und damit das Risiko für Atherosklerose, sondern auch das Krebsrisiko und die Gesamtmortalität nach einer Herztransplantation. Als Grund vermuten die Forscher eine immunmodulierende Wirkung der Medikamente.

Nach einer Herztransplantation entwickeln Patienten häufig eine Krebserkrankung. Vor allem Hautkrebs tritt nach der Operation gehäuft auf. Man vermutet, dass dies eine Folge der Immunsuppression ist, die nach einer Transplantation nötig ist, damit der Organismus das Spenderorgan nicht abstösst. Da Statinen neben der lipidsenkenden Wirkung auch immunmodulierende Effekte nachgesagt werden, könnte dies der Grund für den positiven Einfluss der Medikamente auf das Krebsrisiko sein.

Gesamtmortalität mit Statinen niedriger

In der Studie wurden die Daten von 255 Patienten, die zwischen 1985 und 2007 am USZ ein Spenderherz erhalten hatten, einbezogen. Die Ergebnisse wurden beim diesjährigen Heart Failure Congress in Belgrad vorgestellt. Nach acht Jahren lag die Zahl der neu aufgetretenen Krebserkrankungen bei 13 Prozent mit Statinen und 34 Prozent ohne Statine. Nach zehn Jahren war der Vorteil der Statintherapie noch etwas höher und lag nach zwölf Jahren schliesslich bei 22 Prozent versus 42 Prozent. Auch das Gesamtüberleben war in der Gruppe mit Statinen signifikant höher.

Andere Studien hatten bisher ein weniger einheitliches Bild ergeben. Die vorliegenden grossen Interventionsstudien zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse mit Statinen zeigten keine Anhaltspunkte für einen Nutzen der Statintherapie in Bezug auf das Krebsrisiko. Lange Zeit standen die Statine sogar in dem Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Dieser Verdacht wurde aber bereits 2010 durch die Metaanalyse der "Cholesterol Treatment Trialists Collaboration", welche die Daten von rund 170.000 Patienten beinhaltete, ausgeräumt. Die vorliegende Untersuchung ist die erste Studie, die nun sogar eine Reduzierung des Krebsrisikos durch Statine belegt.

Foto: Shuva Rahim / fotolia.com

 
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