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Sport senkt biologisches Alter

Ausdauertraining fördert die Herzgesundheit und verjüngt Zellen. Zu diesem Ergebnis sind Forscher aus Hannover gekommen, nachdem sie untere anderem die Telomerlänge gemessen haben. Die biologische Verjüngung war besonders bei bisherigen Sportmuffeln ausgeprägt.
Biologisches Alter

Längere Telomere durch Ausdauertraining: Studie weist Verjüngung der Zellen nach

Wer den ganzen Tag sitzt, kann mit einem moderaten Ausdauertraining nicht nur seine Kondition verbessern. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt, dass die körperliche Aktivität Auswirkungen auf das biologische Alter hat, indem es Zellen verjüngt und die Herzgesundheit fördert. Die Ergebnisse der „Rebirth active women“-Studie wurden Anfang April auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim vorgestellt. „In Bezug auf eine Zellverjüngung haben vor allem Frauen mit einer schlechten körperlichen Fitness vom moderaten Ausdauertraining profitiert“, berichtete Dr. Dominik Berliner von der Klinik für Kardiologie und Angiologie der MHH. Für eine Zellverjüngung bei Frauen mit besserer Ausgangsfitness sei möglicherweise ein intensiveres Ausdauertraining notwendig, meinte der Kardiologe. 

Weniger Bluthochdruck nach Sport

An der randomisierten Studie nahmen 291 Mitarbeiterinnen der Medizinischen Hoch-schule Hannover im Alter von 45 bis 65 Jahren teil. Die Frauen waren Nichtraucherinnen und arbeiteten überwiegend im Sitzen. Eine Gruppe absolvierte sechs Monate lang ein Ausdauersportprogramm von insgesamt dreieinhalb Stunden pro Woche, die Kontrollgruppe blieb inaktiv. Anschließend wurden beide Gruppen verglichen. Die Sportgruppe schnitt dabei signifikant besser ab: Die kardiovaskuläre Funktion, insbesondere der Blutgefäßelastizität und der diastolische Blutdruck verbesserten sich, ebenso die Sauerstoffaufnahme sowie Messgrößen des metabolischen Syndroms.  Zudem besserten sich das allgemeine Wohlbefindens und die Arbeitsfähigkeit. 

 

Längere Telomere sprechen für Verjüngungsprozess

Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Telomerlänge in der Sportgruppe signifikant zunahm, während in der Kontrollgruppe keine relevante Änderung nachweisbar war. DNA-Abschnitte am Chromosomenrand werden Telomere genannt. Eine ihrer Aufgaben ist es, unsere genetischen Informationen zu schützen, damit sich die Zellen teilen können. Telomere verkürzen sich durch den Alterungsprozess, werden sie länger, weist das für eine Verjüngung hin. Die Telomerlänge wird aus mononukleären Zellen aus dem Blut mittels Realtime-PCR bestimmt und gilt als Marker des Zellalters bzw. des biologischen Alters.

„Bei Einteilung der Probandinnen nach ihrem Fitnesszustand zeigte sich ein starker Effekt der Telomerlängenzunahme bei Probandinnen mit einer schlechten Ausgangsfitness während die Trainingseffekte auf die Telomerlänge bei Probandinnen mit besserer Ausgangsfitness in dieser Intensität nicht zu sehen war, so Kardiologe Berliner.

Die Studie wurde vom Exzellenzcluster REBIRTH sowie der Deutschen Stiftung für Herzforschung gefördert.

Autor: ham
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