Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Sport ist auch für herzkranke Kinder gut

Studien zeigen: Kinder mit einem angeborenen Herzfehler können sehr wohl Sport treiben. Ein Sportverzicht gilt nur in wenigen Ausnahmen.
Herzkranke Kinder sollten Sport treiben. Wie viel, das sagt ein Sporttauglichkeitsattest

Herzkranke Kinder sollten Sport treiben. Wie viel, das sagt ein Sporttauglichkeitsattest

Kinder, die mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt kamen, wurden lange als sportuntauglich erklärt. Doch inzwischen sind sich Kinderkardiologen einig: Wer einen angeborenen Herzfehler hat, kann Sport treiben – mit wenigen Ausnahmen. Das erklärt die Deutsche Herzstiftung zum Tag des herzkranken Kindes am 5. Mai. Die Experten stützen sich dabei auf Studien der letzten 15 Jahre. Inwieweit ein Kind belastbar sei, könne ein Kinderkardiologe mit einem Sporttauglichkeitstest herausfinden. Dieser stelle dann ein so genanntes Sporttauglichkeitsattest etwa für die Schule aus.

Experten raten zu Sporttauglichkeitsattest

„Wir erleben leider allzu oft, dass im Zweifel ein herzkrankes Kind aus dem Sportunterricht ausgeschlossen wird, obwohl die Sportteilnahme aus medizinischer Sicht vertretbar wäre“, sagt der Sprecher des Aktionsbündnisses Angeborene Herzfehler (ABAHF) Kai Rüenbrink, „Wir raten deshalb Eltern zu einem Sporttauglichkeitsattest, in dem der behandelnde Kinderkardiologe die Belastbarkeit des Kindes genau dokumentiert. Das bringt Eltern, Lehrern oder Trainern mehr Klarheit und beugt einer Überbehütung vor.“

Sport, so sind sich die Experten einig, sei für die herzkranken Kinder immens wichtig. Denn ein Sportverzicht belaste nicht nur die Seele, sondern sei auf Dauer mit schwerwiegenden Folgen für die körperliche Entwicklung verbunden; die Leistungsfähigkeit nimmt ab, die motorische Geschicklichkeit verringert sich, Kreislaufbeschwerden und Haltungsfehler sind zu erwarten.

„Es gibt zum Glück nur ganz wenige Herzfehler, bei denen die Kinder akut gefährdet sind, wenn sie sich belasten. Welche sportlichen Aktivitäten für ein herzkrankes Kind oder Jugendlichen in Frage kommen und welche Risiken zu berücksichtigen sind, ist immer im Einzelfall vom Kinderkardiologen zu beurteilen“, unterstreicht Professor Alfred Hager, Kinderkardiologe am Deutschen Herzzentrum München (DHM) und Autor der DGPK-Leitlinie „Sport mit angeborenen Herzerkrankungen“.

 

Das Attest enthält Informationen über die individuelle Belastbarkeit

Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) bietet niedergelassenen Kinderkardiologen das Computerprogramm „Sportattest“ auf ihrer Internetseite zum Download an. Das Programm ermöglicht dem behandelnden Kinderkardiologen, für jedes herzkranke Kind unter geringem Zeitaufwand eine ausführliche Beurteilung der Sporttauglichkeit abzugeben. Das Attest enthält konkrete Informationen über die Belastbarkeit des herzkranken Patienten. Es wird dann den Eltern zur Weitergabe an den Kinderarzt und der Schule gegeben. 

„Jedes Kind, das sich in kinderkardiologischer Betreuung befindet, sollte bereits vor der Einschulungsuntersuchung ein Sportattest ausgestellt bekommen“, sagt Kinderkardiologe Hager. „damit vom ersten Schultag an Klarheit besteht und das Kind nicht unnötig aus dem Klassenverband ausgeschlossen wird.“

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz , Kinder , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herz

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


10 bis 20 Prozent der offiziell „genesenen“ Covid-19-Patienten leiden Wochen bis Monate nach Abklingen der Infektionskrankheit weiter an deren Folgen. Hierzu zählt auch Atemnot, die selbst bei einfachen Alltagsbetätigungen wie dem Treppensteigen Erschöpfungszustände auslöst. Ein naturheilkundlicher beziehungsweise physiotherapeutischer Ansatz, um hier zu heilen, ist die „Reflektorische Atemtherapie“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin