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23.01.2021

Sport im Alter: Vier Jahre mehr Lebenserwartung

Für Sport ist es nie zu spät. Langzeitstudien zeigen: 70-Jährige, die körperlich aktiv sind, gewinnen im Vergleich zu Bewegungsmuffeln im Schnitt vier Jahre hinzu. Selbst wer mit 70 oder 80 erst anfängt, profitiert von der medizinischen Wirkung körperlicher Aktivität.
Älterer Mann mit gelben Shirt und blauer Sonnenbrille läuft Halbmarathon.

Sport gilt als ideales Mittel zur Erhaltung von körperlicher und geistiger Fitness im Alter – und sogar zur Steigerung der Lebenserwartung.

Etwas runzelig vielleicht, aber gertenschlank und zu etwas fähig, was die meisten Jüngeren nicht schaffen oder auch nur probieren: An Marathonläufen nehmen auffällig viele Menschen teil aus der Generation 60 plus – extremstes, aber vielleicht auch bestes Beispiel dafür, dass es nie zu spät ist, sich zu bewegen oder damit anzufangen. Und es lohnt sich: Regelmäßige Bewegung, die Körper und Kreislauf fordert, steigert die Lebenserwartung offensichtlich messbar. „70-Jährige, die körperlich aktiv sind, gewinnen im Vergleich zu Bewegungsmuffeln im Schnitt vier Jahre dazu“, berichtet das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber" unter Berufung auf eine Analyse von 14 Langzeitstudien mit rund 52.000 Senioren.

Wichtig – auch wegen Corona: Sport stärkt das Immunsystem

Selbst Menschen, die erst in der Zeit des Älterwerdens anfangen, sich regelmäßig zu bewegen, profitieren demnach von ihrer Aktivität. „Regelmäßige Bewegung stärkt nicht nur die Muskeln und Knochen, sondern sorgt auch dafür, dass der Körper belastbar bleibt“, heißt es in einem Ratgeber der Krankenkasse „Barmer“. Sport steigere zudem das allgemeine Wohlbefinden, verbessere die Gehirnleistung und erleichtere die Bewältigung des Alltags. Mehr noch: Ohne den körperlichen Ausgleich drohten Muskel- und Knochenschwund. Dasselbe gilt auch für die geistige Konstitution. Körperliche Aktivität senkt laut „Senioren Ratgeber“ das Risiko für geistigen Abbau. Selbst Senioren, die bereits unter Gedächtniseinbußen litten, könnten auf diese Weise einer Verschlimmerung vorbeugen. Und was schließlich in der Corona-Pandemie nicht zu vernachlässigen ist: Regelmäßiger Sport stärkt auch das Immunsystem.

 

Sport im Alter: Viele halten sich für „zu alt" oder „zu krank" – ein Irrtum

Trotz all dieser Vorteile: Rentner können sich auch nicht leichter aufraffen, Sport zu treiben. Nur 15 Prozent der über 65-Jährigen bewegen sich nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) regelmäßig. Knapp die Hälfte der Befragten oder 46 Prozent fühlten sich „zu krank“. Jeder Fünfte glaubte, er sei dafür „zu alt“ (21 Prozent). Sportmediziner lassen diese Einwände nicht gelten. „Egal ob Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes oder Rückenleiden – Krankheit ist kein Hinderungsgrund, egal in welchem Alter“, sagt Martin Halle vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin an der Technischen Universität München. Im Gegenteil: „Bewegung sollte genau wie die Medikation ein fester Bestandteil der Behandlung sein.“ Denn beispielsweise bei Osteoporose gilt Sport als Möglichkeit, selbst etwas gegen das Altern zu tun.

Empfehlenswert: gelenkschonende, dosierbare Ausdauerssportarten

Wichtig ist, dass Seniorinnen oder Senioren einen Sport treiben, der den körperlichen Voraussetzungen entspricht und vor allem Spaß macht. Als bestes Training zur Erhaltung von Fitness und Gesundheit bei älteren Menschen gelten Ausdauersportarten, die sich gut individuell dosieren und in kleinen Schritten steigern lassen und die gelenkschonend sind. Selbst Menschen mit Knie- oder Hüftprothesen können auf diese Weise sogar noch die Lebensdauer ihrer Implantate verbessern. Folgende Sportarten sind der Forsa-Umfrage zufolge bei Senioren über 65 besonders beliebt (und auch für sie geeignet):

Die Top Five beim Seniorensport

  1. Fitness-Training (23 Prozent)
  2. Rad fahren (22 Prozent)
  3. Wandern oder walken (21 Prozent)
  4. Schwimmen (13 Prozent)
  5. Joggen (11 Prozent).

Foto: AdobeStock/Rawpixel.com

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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