Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
06.10.2018

Sport bei angeborenem Herzfehler wichtig

Menschen mit angeborenem Herzfehler sollten sich nicht vor Sport scheuen – nur in wenigen Fällen ist davon abzuraten. Neben ausreichender Bewegung kommt auch einer gesunden Ernährung gerade bei Herzfehlern eine wichtige Bedeutung zu.
EMAH, angeborener Herzfehler, Sport

EMAH-Patienten sollten sich ausreichend bewegen

Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH) sollten ihr vorbelastetes Herz vor zusätzlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dabei kommen Sport und gesunder Ernährung eine wichtige Rolle zu. „Auch bei EMAH tragen Risikofaktoren wie Übergewicht, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel entscheidend zu Komplikationen im Krankheitsverlauf bei, die den natürlichen Verlauf des Herzfehlers ungünstig beeinflussen“, warnt Professor Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Hierzu gehören unter anderem Arteriosklerose, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung machen daher darauf aufmerksam, wie wichtig ein gesunder Lebensstil gerade für Menschen mit angeborenem Herzfehler ist.

Erst Herzcheck, dann Sport

„Fast alle Patienten mit angeborenem Herzfehler können und sollten körperlich aktiv sein und auch Sport treiben. Von dieser Regel gibt es nur wenige Ausnahmen. In jedem Fall sollten aber Belastungsform und Belastungspensum an den jeweiligen Herzfehler und den Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden. Welche Sportarten möglich sind und welche Risiken bestehen, hängt von der Art der angeborenen Herzfehler, der durchgeführten Behandlung und von Rest- und Folgezuständen ab“, betont die Sportwissenschaftlerin Dr. Rhoia Neidenbach vom Deutschen Herzzentrum München anlässlich der bundesweiten Informationskampagne der Herzstiftung unter dem Motto „Diagnose: Herzensangelegenheit – jetzt den EMAH-Check machen“.

Vor Beginn sportlicher Aktivitäten sollten sich die Patienten von einem EMAH-Herzspezialisten oder in einer EMAH-Klinik durchchecken lassen. Nach einer Herzuntersuchung mit Ruhe- und Langzeit-EKG, einer Ultraschalluntersuchung sowie einem Belastungstest kann der erfahrene Arzt alle erforderlichen Empfehlungen aussprechen.

 

Gesunde Ernährung wichtiger Teil der Prävention von Folgeerkrankungen

Neben angepasster Bewegung kommt auch dem Verzicht auf das Rauchen und auf übermäßigen Alkoholkonsum sowie einer ausgewogenen Ernährung eine besondere Rolle bei angeborenen Herzfehlern zu. Hinsichtlich einer gesunden Ernährung gelten auch für die meisten EMAH die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei einzelnen speziellen Herzfehlern, z. B. nach einer Fontan-Operation, oder bei Einnahme von bestimmten Medikamenten können besondere Ernährungsformen erforderlich werden. Praktische Hinweise für die Ernährung von EMAH finden sich auf der Website der Deutschen Herzstiftung.

Prävention ist ein dauerhafter Prozess, der oftmals von der Umstellung alter Lebensgewohnheiten geprägt ist. „Deshalb sollte die Ernährungsberatung Teil der regelmäßigen Nachsorge von EMAH-Patienten sein“, fordert Professor Harald Kaemmerer. Er und Dr. Neidenbach bauen zusammen mit international renommierten Ernährungsspezialisten, Sportwissenschaftlern, Epidemiologen und Psychologen und mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung und „Herzkind e.V.“ ein Netzwerk zur Prävention von kardiovaskulären Komplikationen bei EMAH auf.

Foto: © ladysuzi - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Herzinfarkt , Herzinsuffizienz , Herzrhythmusstörungen , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzfehler

28.06.2018

Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung warnen vor einer Unterversorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Eine bundesweite Kampagne soll EMAH sensibilisieren, ihre spezielle lebenswichtige Nachsorge nicht zu vergessen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der AstraZeneca-Impfstoff ist jetzt auch für Senioren zugelassen. Damit könnten die älteren Corona-Risikogruppen schneller durchgeimpft werden. Über Härtefalle, die aus ärztlicher Sicht eine vorzeitige Impfung benötigen, entscheidet in Berlin eine neue Clearingstelle.

Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin