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Spinat macht doch stark

Spinat macht doch stark: Ein Extrakt aus Spinat kann zu Leistungssteigerungen im Spitzensport führen. Das ergab eine Studie unter Beteiligung der FU Berlin. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte sie in Auftrag gegeben.
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Ein Inhaltsstoff von Spinat fördert den Muskelaufbau

Die Comicfigur Popeye hat es vorgemacht. Nun wiesen Wissenschaftler nach: Spinat macht wirklich stark. Ein Extrakt aus dem grünen Blattgemüse kann zu Leistungssteigerungen im Spitzensport führen. Das ergab eine internationale Studie unter Beteiligung der FU Berlin. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA (World Anti-Doping Agency) hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben.

Hauptinhaltsstoff in Spinatextrakt ist die Substanz Ecdysteron – ein sogenanntes Phytosteroid. Dies hatte nach Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler starke Effekte auf Muskelzellen. Phytosteroide sind Substanzen aus der chemischen Klasse von Sterolen, die natürlicherweise in Pflanzen vorkommen.

Spinat macht doch stark

An der doppelblinden Studie nahmen 46 junge Mäner teil, die ein tägliches Krafttraining absolvierten. Sie erhielten zehn Wochen lang Spinatextrakt in zwei unterschiedlichen Dosen oder eine Placebo-Substanz, ohne zu wissen, welcher Gruppe sie angehörten. Bei denjenigen Teilnehmern, denen Ecdysteron verabreicht wurde, wurde ein signifikant höherer Anstieg der Muskelmasse beobachtet. Spinat macht also doch stark.

Noch relevanter in Bezug auf die sportliche Leistung waren deutlich stärkere Steigerungen der Leistung beim Bankdrücken mit einer Wiederholung. Es wurde kein Anstieg der Biomarker für Leber- oder Nierentoxizität festgestellt, heißt es weiter in eine Pressemitteilung der Universität.

 

Ecdysteron als leistungssteigernd bekannt

Die Wirkung von Ecdysteron wird nach Erkenntnissen des Forschungsteams über den Estrogen-Rezeptor beta vermittelt. Es gibt zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, die diesen Spinatextrakt enthalten.

"Schon vor einigen Jahren wurde Ecdysteron als ‚the Russian Secret‘ für Leistungssteigerung im Sport bezeichnet", erläutert Maria Parr, FU-Professorin für Pharmazeutische Chemie mit dem Schwerpunkt Analytik–Metabolismus. Es habe in vitro und in Tierversuchen stärkere Effekte auf Muskelzellen als anabol androgene Steroide wie etwa die im Sport verbotene Substanz Metandienon.

Bis zu vier Kilogramm Blattspinat pro Tag

Die Wissenschaftlerin betont: "Die geringere Dosis in unserem Versuch, also zwei Kapseln pro Tag, entsprechen je nach Sorte etwa 250 Gramm bis vier Kilogramm Blattspinat pro Tag. Diese Menge müsste man zehn Wochen lang jeden Tag essen, um dieselbe Menge aufzunehmen wie einige Probanden in unserer Studie. Um die Wirkung der höheren verabreichten Dosis zu erreichen, müssten sogar ein bis 16 Kilo Spinat verzehrt werden."

Die Studie erschien im Fachmagazin Archives of Toxicology. Daran beteiligt waren neben der FU die Deutsche Sporthochschule Köln (Prof. Patrick Diel), das Anti-Doping-Labor Rom (Prof. Francesco Botrè) und das Anti-Doping-Labor Sydney (Dr. Catrin Goebel). Die Forscher schlugen der WADA vor, die Aufnahme von Ecdysteron in die Liste der verbotenen Substanzen zu prüfen.

Foto: eflstudioart/.com

Autor: bab
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