Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Spiegeltherapie bei Schlaganfall wirksam

Die Spiegeltherapie kann dazu beitragen, nach einem Schlaganfall Bewegungsabläufe zu verbessern. Wie wirksam sie ist, hat nun eine aktuelle Studie belegt. Die Forscher hoffen, dass durch die Ergebnisse mehr Patienten ermutigt werden, die Spiegeltherapie anzuwenden.
Spiegeltherapie wirksam

Eine Spiegeltherapie kann Bewegungsabläufe verbessern

Rehabilitationskliniken und Ergotherapeuten setzen bei Patienten mit Schlaganfall oder chronischen Schmerzen immer öfter die Spiegeltherapie ein. Dabei wird ein Spiegel so zwischen die gesunde und die kranke Körperhälfte des Patienten platziert, dass dieser nur die gesunde Seite sieht. Wenn er nun mit dem gesunden Arm oder Bein Übungen macht, täuscht der Blick in den Spiegel das Gehirn so, dass dieses den Eindruck hat, die kranke Seite werde bewegt. Wie wirksam diese Therapie ist, konnte nun eine Studie von Forschern aus der Türkei bei Schlaganfall-Patienten zeigen.

Spiegeltherapie verbessert motorische Funktionen

Eine der häufigsten Folgen eines Schlaganfalls ist die Halbseitenlähmung. Patienten können dann oft den Arm und die Hand einer Seite nicht mehr kontrolliert bewegen. Um die Effektivität der Spiegeltherapie bei diesen Fällen zu belegen, haben die türkischen Wissenschaftler 30 Schlaganfall-Patienten in zwei Gruppen geteilt. Während die eine Hälfte eine intensive konventionelle Rehabilitation erhielt, wurde die andere Hälfte zusätzlich mit einer täglichen Spiegeltherapie behandelt.

Es zeigte sich, dass beide Gruppen innerhalb von vier Wochen große Fortschritte erzielten, doch in der Gruppe mit der Spiegeltherapie waren die funktionellen Verbesserungen signifikant größer. Zusätzlich empfanden diese Patienten auch weniger Schmerzen. Die Forscher hoffen nun, dass diese Ergebnisse mehr Patienten dazu motivieren, die Spiegeltherapie anwenden. Denn da sie sonst gewohnt sind, die betroffene Körperseite direkt zu trainieren, ist es oft schwierig, Betroffene vom positiven Effekt der Spiegeltherapie zu überzeugen.

 

Repräsentationsareale im Gehirn werden gestärkt

Die Spiegeltherapie wurde 1996 von Vilyanur S. Rachandran erfunden und zählt zu den sogenannten Imaginationstherapien. Sie wird bei verschiedenen Diagnosen eingesetzt und zeigt unter anderem Wirksamkeit bei Phantomschmerzen, Hypersensibilität, Schlaganfall und beim Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). Die Idee dahinter: Da durch die Erkrankungen Repräsentationsareale der Extremitäten im Gehirn schrumpfen, geht bei den Betroffenen das Körperschema verloren. Durch die Spiegeltherapie werden die betroffenen Areale im Gehirn stimuliert und der Zusammenhang zwischen motorischer Intention, Empfindung und visuellem Eindruck wieder hergestellt.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Hauptkategorie: Prävention und Reha
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Kinder reagieren besonders sensibel auf Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper kann Gifte dazu noch schlechter abbauen. Wer als Erwachsener in Gegenwart von Kindern raucht, erhöht deren Risiko, Asthma und andere Krankheiten zu bekommen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lungentags am 25. September hin.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin