. Die Kraft der Illusion

Spiegeltherapie bei Schlaganfall wirksam

Die Spiegeltherapie kann dazu beitragen, nach einem Schlaganfall Bewegungsabläufe zu verbessern. Wie wirksam sie ist, hat nun eine aktuelle Studie belegt. Die Forscher hoffen, dass durch die Ergebnisse mehr Patienten ermutigt werden, die Spiegeltherapie anzuwenden.
Spiegeltherapie wirksam

Eine Spiegeltherapie kann Bewegungsabläufe verbessern

Rehabilitationskliniken und Ergotherapeuten setzen bei Patienten mit Schlaganfall oder chronischen Schmerzen immer öfter die Spiegeltherapie ein. Dabei wird ein Spiegel so zwischen die gesunde und die kranke Körperhälfte des Patienten platziert, dass dieser nur die gesunde Seite sieht. Wenn er nun mit dem gesunden Arm oder Bein Übungen macht, täuscht der Blick in den Spiegel das Gehirn so, dass dieses den Eindruck hat, die kranke Seite werde bewegt. Wie wirksam diese Therapie ist, konnte nun eine Studie von Forschern aus der Türkei bei Schlaganfall-Patienten zeigen.

Spiegeltherapie verbessert motorische Funktionen

Eine der häufigsten Folgen eines Schlaganfalls ist die Halbseitenlähmung. Patienten können dann oft den Arm und die Hand einer Seite nicht mehr kontrolliert bewegen. Um die Effektivität der Spiegeltherapie bei diesen Fällen zu belegen, haben die türkischen Wissenschaftler 30 Schlaganfall-Patienten in zwei Gruppen geteilt. Während die eine Hälfte eine intensive konventionelle Rehabilitation erhielt, wurde die andere Hälfte zusätzlich mit einer täglichen Spiegeltherapie behandelt.

Es zeigte sich, dass beide Gruppen innerhalb von vier Wochen große Fortschritte erzielten, doch in der Gruppe mit der Spiegeltherapie waren die funktionellen Verbesserungen signifikant größer. Zusätzlich empfanden diese Patienten auch weniger Schmerzen. Die Forscher hoffen nun, dass diese Ergebnisse mehr Patienten dazu motivieren, die Spiegeltherapie anwenden. Denn da sie sonst gewohnt sind, die betroffene Körperseite direkt zu trainieren, ist es oft schwierig, Betroffene vom positiven Effekt der Spiegeltherapie zu überzeugen.

Repräsentationsareale im Gehirn werden gestärkt

Die Spiegeltherapie wurde 1996 von Vilyanur S. Rachandran erfunden und zählt zu den sogenannten Imaginationstherapien. Sie wird bei verschiedenen Diagnosen eingesetzt und zeigt unter anderem Wirksamkeit bei Phantomschmerzen, Hypersensibilität, Schlaganfall und beim Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). Die Idee dahinter: Da durch die Erkrankungen Repräsentationsareale der Extremitäten im Gehirn schrumpfen, geht bei den Betroffenen das Körperschema verloren. Durch die Spiegeltherapie werden die betroffenen Areale im Gehirn stimuliert und der Zusammenhang zwischen motorischer Intention, Empfindung und visuellem Eindruck wieder hergestellt.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Prävention und Reha

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.