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Spezielle Psychotherapie hilft bei chronischen Depressionen

Chronische Depressionen gelten als schwer behandelbar. Nun konnten Wissenschaftler zeigen, dass eine spezifische Psychotherapie, bei der belastende Beziehungserfahrungen besonders berücksichtigt werden, besser helfen kann als andere psychotherapeutischen Interventionen.
Chronische Depressionen

Chronische Depressionen erzeugen einen besonders großen Leidensdruck

Bei der chronischen Depression leiden die Betroffen mindestens zwei Jahre durchgehend an den depressiven Beschwerden. In der Regel haben die Erkrankten viele gescheiterte Therapieversuche hinter sich, weshalb sie kaum noch an eine Besserung glauben. Oft sind bei den Betroffenen auch zwischenmenschliche Kontakte besonders beeinträchtigt, was einen Therapieerfolg noch schwieriger werden lässt. Nun haben Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie weiteren sechs deutschen Universitäten gezeigt, dass eine spezifische Psychotherapie zur Behandlung chronischer Depressionen, bei der belastende Beziehungserfahrungen besondere Berücksichtigung erfahren, einer unspezifischen unterstützenden Psychotherapie überlegen ist und auch bei chronischen Depressionen zu Verbesserungen führen kann.

Zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreicher gestalten

In den letzten Jahren wurde erstmals eine spezifische und strukturierte Psychotherapie zur Behandlung chronischer Depression entwickelt, das „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ (CBASP). In dieser von James McCullough in den USA entwickelten Behandlung fokussieren die Therapeuten intensiv auf belastende Beziehungserfahrungen, über die viele chronisch depressive Patienten berichten. „Die Patienten lernen während der Therapie, den Zusammenhang der aktuellen Probleme mit früheren verletzenden Erfahrungen zu erkennen und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen im Alltag erfolgreicher zu gestalten“, so UKE-Professor Martin Härter.

Um den Erfolg des CBASP-Ansatzes zu bewerten, haben die Wissenschaftler die Therapie nun in einer Studie mit einer unterstützenden Psychotherapie, einer sogenannten supportiven Therapie, verglichen. Zu diesem Zweck behandelten sie an acht universitären Zentren 268 Patienten mit früh begonnener chronischer Depression. Die Patienten erhielten per Zufall eine der beiden Behandlungen zugeteilt. Die ambulanten Einzeltherapien dauerten jeweils ein Jahr, umfassten 32 Sitzungen und wurden ohne begleitende Medikation durchgeführt.

Auch chronische Depressionen sind behandelbar

Wie sich zeigte, führten beide Behandlungen zu einer deutlichen Besserung für die Patienten. Diese zeigte sich sowohl in der Verminderung der depressiven Symptome als auch in einer verbesserten allgemeinen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Auf die spezifische Therapie mit CBASP sprachen jedoch mehr Patienten an, nämlich 53 Prozent im Vergleich zu 41 Prozent bei der supportiven Therapie. Auch eine vollständige Besserung der depressiven Symptome (Remission) wurde unter CBASP deutlich häufiger erreicht (37 Prozent im Vergleich zu 26 Prozent). Das ist angesichts der Schwere und Hartnäckigkeit der Erkrankung ein beachtlicher Erfolg, so die Einschätzung der Wissenschaftler.

„Das wichtigste Ergebnis dieser Studie ist aus unserer Sicht, dass auch schwer behandelbaren chronisch depressiven Patienten mit einer alleinigen störungsspezifischen Psychotherapie geholfen werden kann, wenn diese Psychotherapie über einen längeren Zeitraum angeboten wird“, erläutert Professor Elisabeth Schramm von der Universitätsklinik Freiburg. Die Studie sei die erste, in der die Wirksamkeit der neu entwickelten Methode im Vergleich zu einer unspezifischen Psychotherapie geprüft wurde. Und Professor Härter ergänzt: „Möglicherweise lässt sich der Behandlungserfolg durch eine Kombination aus Psychotherapie und antidepressiver Medikation in der Zukunft noch steigern, dies müsste in Folgestudien untersucht werden.“

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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