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Spezielle Diät lindert Reizdarm-Symptome

Zum Reizdarm-Syndrom gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Linderung der Symptome kann eine spezielle Diät bringen.
Weizenähren

Weizen kann bei Reizdarm-Patienten die Symptome verschlimmern

Die genauen Ursachen des Reizdarm-Syndroms sind unbekannt, auch eine Heilung gibt es bislang nicht. Pharmazeutika sind nach wie vor die Hauptbehandlungsoption für die Patienten. Doch viele Medikamente zielen nur auf einzelne Symptome ab.

Forscher arbeiten daher daran, eine Behandlung zu finden, die mehrere Symptome lindern könnte. Patienten berichten häufig, dass sich die Reizdarm-Symptome verschlimmern, wenn sie bestimmte „auslösende“ Nahrungsmittel zu sich nehmen. Auf dieser Grundlage wurde eine spezielle Diät entwickelt.

Kurzkettige, fermentierbare Kohenhydrate meiden

Dabei werden vergärbare Kohlenhydrate und Alkohole – FODMAP (fermentierbares Oligosaccharid, Disaccharid, Monosaccharid und Polyol) – möglichst weggelassen. FODMAPs sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Die Liste der zu meidenden Speisen ist daher lang.

Nicht alle kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittel enthalten FODMAPs. Einige Speisen enthalten jedoch besonders viel, dazu zählen Weizen, Knoblauch, Zwiebeln, Bohnen, Linsen, Hülsenfrüchte, Süßstoffe und viele Obst- und Gemüsesorten.

Spezielle Diät kann Reizdarm-Symptome lindern

In einer aktuellen Meta-Studie werteten Forscher vom King’s College London vorliegende Untersuchungen zu der Diät und ihre Auswirkungen auf die Darm-Physiologie aus. So zeigten MRT-Bilder, dass die Verdauung von kurzkettigen fermentierbaren Kohlenhydraten das Wasservolumen im Dünndarm und die Gasproduktion im Dickdarm erhöhen.

Randomisierte, kontrollierte, klinische Studien wiesen nach, dass die spezielle Diät bei 50 bis 80 Prozent der Patienten Symptome wie Blähungen und Durchfall verbesserte. Fazit der Autoren: Eine Low-FODMAP-Diät unterstützt nachweislich die Linderung und das Management von Reizdarm-Symptomen.

Nährstoffmangel und Veränderungen des Mikrobioms

Wie jede restriktve Diät hat aber auch der Low-FODMAP-Ansatz seine Grenzen. Durch die Vermeidung von nährstoffreichen Früchten und Gemüsen kann ein Nährstoffmangel (insbesondere an Ballaststoffen, Kalzium, Eisen, Zink, Vitamin D, B-Vitaminen und natürliche Antioxidantien) auftreten. Sie kann daher nicht als langfristige Ernährungsstrategie empfohlen werden.

Darüber hinaus zeigen Forschungsdaten, dass die Low-FODMAP-Diät zu Veränderungen der Darmflora führt - und zwar zu einer Verringerung der Bifidobacterium-Spezies, was mit einer schlechteren Reizdarm-Symptomatik assoziiert ist. Daher können zusätzliche Interventionen wie Nahrungsergänzungsmittel und die Einnahme von Probiotika erforderlich sein. Schließlich weisen die Autoren darauf hin, dass sehr restriktive Diäten schwierig einzuhalten und möglicherweise nicht für alle Patienten geeignet sind. 

Foto: photocrew/fotolia.com

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