. Lungenerkrankungen

Spezialambulanz für Tuberkulose in Berlin

Tuberkulose ist eine in Deutschland seltene Infektionskrankheit. Da die Fallzahlen wieder steigen, richtet das Vivantes Klinikum Neukölln als erste Klinik in Berlin jetzt eine Spezialambulanz ein.
Tuberkulose

Die Zahl der Tuberkulose-Fälle in Deutschland ist wieder gestiegen

Dort können Patienten mit Verdacht auf diese schwere Lungenerkrankung behandelt werden. Die Anzeichen von Tuberkulose sind häufig nicht eindeutig: Husten, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß. Halten die Beschwerden über Wochen an, sollten sie abgeklärt werden, heißt es in einer Vivantes-Mitteilung.

Übertragen wird Tuberkulose von Mensch zu Mensch. Die Bakterien befallen vor allem die Lunge. Im Unterschied zu einer Lungenentzündung dauert die Behandlung oft viel länger: sechs Monate bis über ein Jahr. Dies gilt besonders für multiresistente Tuberkulosebakterien, die gegen Standardantibiotika unempfindlich sind.

Zahl der Tuberkulose-Fälle stieg an

Laut Robert Koch-Institut (RKI) gab es in Berlin im Jahr 2015 11,1 Erkrankte pro 100.000 Einwohner. In Bremen waren es sogar 11,4. Im Bundesdurchschnitt erkrankten 7,3 von 100.000 Deutschen an der Infektionskrankheit. Nachdem die Tuberkulose in Deutschland einige Jahre stagnierte, war damit laut RKI ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Trotz des Anstiegs der Fallzahlen schätzt das Institut das Infektionsrisiko innerhalb der Allgemeinbevölkerung als unverändert sehr gering ein.

 

Spezialambulanz für Tuberkulose in Berlin

Prof. Wulf Pankow, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Infektiologie-Thoraxzentrum am Vivantes Klinikum Neukölln, erläutert die Vorteile der Spezialambulanz. Es ist die bislang erste in Berlin. „Für die Patienten ist es vorteilhaft, dass Ärzte aus verschiedenen Disziplinen in die Behandlung eingebunden sind. Bei Bedarf können die Lungenärzte Chirurgen, Kinderärzte, Radiologen und Mikrobiologen hinzuziehen. Außerdem können Tuberkulosekranke nach einer stationären Behandlung nun auch ambulant weiterbehandelt werden“, so Pankow.

Foto: Zerbor/fotolia.com

Autor: bab
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