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27.02.2021

Spermidin hält jung und schützt das Herz

Spermidin hat wahre Antig-Aging-Effekte. Das konnten Forscher jetzt an Mäusen zeigen. Die Substanz wird von den Körperzellen hergestellt, ist aber auch in vielen Lebensmitteln enthalten.
Antig-Aging-Substanz Spermidin: Soja enthält zum Beispiel viel davon

Antig-Aging-Substanz Spermidin: Soja enthält zum Beispiel viel davon

Spermidin wurde erstmals in der männlichen Samenflüssigkeit entdeckt, was der Substanz ihren Namen gab. Inzwischen ist bekannt, dass Spermidin in allen Körperzellen vorkommt und bestimmte Darmbakterien in der Lage sind, diesen Stoff zu bilden. Dass der Stoff jung hält und herzschützende Effekte hat, wird seit längerem diskutiert. Denn Spermidin aktiviert die Autophagie, jenes Recyclingprogramm, das Zellen von Krankheitserregern, fehlerhaften Proteine oder nicht mehr funktionstüchtige Zellbestandteile bereinigt. Im Alter lässt die Autophagie jedoch nach. Organe wie Herz, Nieren, Leber oder auch das Gehirn nehmen Schaden.

Anti-Aging-Effekte bei Mäusen

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) konnten jetzt zeigen, dass sich das Recyclingprogramm durch die Zufuhr von Spermidin wieder in Schwung bringen lässt. In der Studie wurde an gealterten Mäusen untersucht, wie sich eine längere Spermidin-Gabe auf häufig vom Alter betroffene Organe auswirkt und auf welchem Wege das geschieht. Den Tieren wurde sechs Monate lang Spermidin über das Trinkwasser zugeführt. Im Vergleich zu nicht-behandelten, altersgleichen Tieren zeigten die Mäuse deutliche Anti-Aging-Effekte, wie die MHH-Forscher in einer Medienmitteilung berichten.

 

Weniger Haarausfall

„Die Spermidin-Zufuhr hat dafür gesorgt, dass die Tiere weniger Nieren- und Leberschäden und eine bessere leistungssteigernde Glukoseversorgung im Gehirn entwickelten“, erklärt Studienleiter Prof. Evgeni Ponimaskin vom Institut für Neurophysiologie der MHH. Auch der altersbedingte Haarverlust fiel deutlich geringer aus als bei der Kontrollgruppe. Kahle Stellen auf dem Rücken, wie für ältere Mäuse typisch, zeigten sich in der mit Spermidin behandelten Gruppe kaum.

Längere Telemore im Herzgewebe 

Auch herzschützende Effekte wurden beobachtet. Dieser Effekt ging den Forschern zufolge mit längeren Telomeren im Herzgewebe einher. Telomere schützen die Enden der Chromosomen in unseren Körperzellen vor Abbau. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich ihre Enden ein Stück. Bei sich nicht mehr teilenden Zellen – wie hier etwa den Herzmuskelzellen – werden die Telomere weiter verkürzt. Unterhalb einer kritischen Länge der Telomere setzt der sogenannte programmierte Zelltod ein. „Die Telomere waren bei den Spermidin-supplementierten Mäusen ähnlich lang wie bei jungen Tieren“, sagt Ponimaskin.

Spermidin als Nahrungsergänzung

Der Mediziner ist sich ziemlich sicher, dass sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. „Da die Alterungsprozesse in den Zellen von Mäusen ähnlich wie in unseren Körperzellen ablaufen, könnte eine Spermidin-Zufuhr als Nahrungsergänzung auch beim Menschen vor vielen altersbedingten Krankheiten schützen.“

Spermidin kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor. Weizenkeime, Käse, Sojaprodukte und Hülsenfrüchte enthalten besonders viel Spermidin.

Foto: © Adobe Stock/Nelea Reazanteva

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Umwelt und Ernährung
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