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Spenderorgane für Kinder fehlen mehr denn je

Die Zahl der Organtransplantationen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand in den letzten zehn Jahren gesunken. Das zeigen aktuelle Statistiken der Stiftung Eurotransplant.
Spenderorgane für Kinder fehlen

Wenn Kinder auf ein Spendenherz warten ...

Insgesamt 215 Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahre sind hierzulande im Jahr 2017 laut Eurotransplant lebensrettende Organe verpflanzt worden. Das ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) die niedrigste Quote seit 2008. Dabei bleibt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die auf Niere, Herz, Lunge, Leber oder Bauchspeicheldrüse warten hoch. 156 junge Patienten standen vergangenes Jahr auf der Warteliste. „Auf der Warteliste zu stehen, ist für die ganze Familie eine sehr belastende und bedrohliche Situation“, so Kinderchirurg und DGCH-Präsident Professor Jörg Fuchs.

Weil Transplantate fehlen, versterben den Angaben zufolge rund 30 Prozent der Kinder auf der Warteliste, die ein neues Herz oder eine neue Lunge brauchen. Und das obwohl Kinder und Jugendliche über Eurotransplant teilweise bevorzugt mit geeigneten Spenderorganen versorgt werden, weil ihnen sonst irreparable Entwicklungsstörungen drohen. Fuchs appelliert daher an alle Verantwortlichen, verstärkt über Organspende aufzuklären.

DSO will Transplantationsbeauftragte in Kliniken stärken

Auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht aufgrund des allgemein verschärften Organmangels dringenden Handlungsbedarf. Der Medizinische Vorstand der DSO Dr. Axel Rahmel fordert einen Initiativplan. Die Situation sei zutiefst besorgniserregend, so Rahmel. „Wir plädieren deshalb unter anderem dafür, die Rolle der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu stärken und die Frage nach einer Organspende bei Behandlungsentscheidungen am Lebensende unter Berücksichtigung von Patientenverfügungen regelhaft einzubeziehen.“

Vivantes bereitet Mitarbeiter für Gespräche über das Thema Organspende vor

Vereinzelt haben sich Krankenhäuser schon auf den Weg gemacht. So will etwa der kommunale Berliner Krankenhauskonzern Vivantes seine Mitarbeiter besser für Gespräche zum Thema Organspende und den Umgang mit Angehörigen von Organspendern vorbereiten. Dazu finden im April unter dem Motto „Spenden ist sportlich“ an drei Krankenhausstandorten vier interne Veranstaltungen statt, bei denen unter anderem die zweifach transplantierte Paralympics Gold-Medaillengewinnern Franziska Liebhardt auftritt. Vivantes vertritt die Auffassung, dass es wichtig sei, , dass sich Krankenhausmitarbeiter mit dem zugegeben komplexen Thema Organspende und Hirntod auseinandersetzen. Denn jede Organspende sei eine große Herausforderung für die trauernden Angehörigen, aber auch für das medizinische und pflegerische Personal der Krankenhäuser, das die Angehörigen betreut.

Die DGCH will im Rahmen ihres Jahreskongresses vom 17. bis 20. April in Berlin auf die Situation der lebensbedrohlich erkrankten Kinder auf der Organspende-Liste aufmerksam machen und veranstaltet dazu einen Benefiz-Lauf.

Foto: St.Op. – fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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