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11.04.2019

Später Diabetes erhöht Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs – Bluttest soll Früherkennung verbessern

Menschen, die jenseits der 50 an Diabetes erkranken, haben ein hundertfach erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs, zumindest für eine gewisse Zeit. Ein neuer Bluttest könnte nun helfen, das Pankreaskarzinom schon im Frühstadium zu entdecken.
Diabetes und Bauchspeicheldrüsenkrebs haben einen gemeinsamen Nenner.

Diabetes und Bauchspeicheldrüsenkrebs haben einen gemeinsamen Nenner.

Mit einer 5-Jahres- Überlebensrate von nur 5 Prozent ist Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der tödlichsten Krebserkrankungen. Das Pankreaskarzinom ist so heimtückisch, weil es erst spät Beschwerden macht. Eine kurative Operation ist dann meist nicht mehr möglich. Selbst bei einem Anfangsverdacht lässt sich der Krebs im Frühstadium nur schlecht von einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse unterscheiden. Bisher existiert auch kein zuverlässiger Labortest zur Unterscheidung der beiden Krankheiten.

Bluttest untersucht zehn Stoffwechselprodukte

Am Universitätsklinikum Greifswald wurde gerade ein Bluttest entwickelt, der genau das können soll: Bestimmte Stoffwechselprodukte (Metaboliten) könnten darüber Auskunft geben, ob der Patient gesund ist, eine Pankreatitis oder schon ein Pankreaskarzinom hat. Vielversprechende Ergebnisse zeigte der Test schon 2017. Inzwischen wurden zehn Metaboliten ausgewählt, um eine individuelle Metaboliten-Signatur zu bestimmen.

 

Teilnehmer für Pankreas Studie gesucht

Ob das Testsystem praxistauglich ist, wird jetzt in einer klinischen Studie an bundesweit 20 Zentren mit insgesamt 1.500 Hochrisikopatienten untersucht. Dafür sucht das Universitätsklinikum Greifswald noch Teilnehmer. Patienten mit verdächtigen Röntgenbefunden der Bauchspeicheldrüse können sich unter der Telefonnummer 03834-86 73 05 melden und sich über die Teilnahmebedingungen informieren. Die META-PAC Studie, von Greifswalder Wissenschaftlern initiiert, wird vom Bundeministerium für Bildung und Forschung über vier Jahre mit 3,6 Millionen Euro gefördert.

Bestimmte Diabetiker gehören zu einer Hochrisikogruppe

Aber auch Frauen und Männer, die im Alter von über 50 Jahren erstmals an einem Diabetes mellitus erkrankten, werden für die Studie gesucht. Warum diese Diabetiker zu einer Hochrisikogruppe gehören, erklärt Prof. Dr. Markus M. Lerch: „In den ersten zwei Jahren nach der Neuentdeckung eines Diabetes ist in dieser Altersgruppe das Risiko, ein Pankreaskarzinom zu entwickeln, hundertfach erhöht. Besteht der Diabetes länger, fällt das Risiko wieder ab“, so Lerch.

Ziel des Bluttests, ist es die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern. Experten gehen davon aus, dass das Pankreaskarzinom bis zum Jahr 2030 die zweithäufigste Krebstodesursache sein, weil es in den meisten Fällen zu spät diagnostiziert wird. Schon heute sterben in Deutschland mehr Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs als an Darmkrebs – obwohl Darmkrebs viermal so häufig ist. Umso wichtiger sind zuverlässige Früherkennungsmethoden, die schon kleine Tumore entdecken.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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