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13.07.2021

Spät ins Bett zu gehen erhöht das Risiko für Übergewicht

Eine chinesische Meta-Studie untersuchte, inwieweit sich die Zubettgehzeit und Nickerchen am Tage auf das Risiko für Adipositas auswirken. Wer nach Mitternacht ins Bett ging, hatte eine höheres Risiko für Übergewicht.
Wer nach Mitternacht ins Bett geht, wird eher dickt

Adipositas ist weltweit ein zunehmendes Problem. Eine chinesische Meta-Studie untersuchte, inwieweit sich die Zubettgehzeit und Nickerchen am Tage auf das Gewicht auswirken. Wer nach Mitternacht ins Bett ging, hatte eine höheres Risiko für Fettleibigkeit.

Das Team um Lap A. Tse von der chinesischen Universität in Hongkong verwendete dafür Daten von Teilnehmern aus 60 Studienzentren in 26 Ländern mit unterschiedlichen Einkommensniveaus. Die Teilnehmer waren 35 bis 70 Jahre alt.

Schlafenszeit und Aufwachzeit sowie Nickerchen erfasst

Erfasst wurden die Schlafenszeit und Aufwachzeit, die nächtliche Schlafdauer und Nickerchen tagsüber. Die primären Endpunkte waren allgemeine Fettleibigkeit (BMI größer 30) und zentrale Fettleibigkeit (Taillen-Umfang größer als 102 cm bei Männern, größer als 88 cm bei Frauen).

Insgesamt wurden 136.652 Teilnehmer (59,8 Prozent Frauen, mittleres Alter 51 Jahre) in die Analyse eingeschlossen. Insgesamt 27.195 Teilnehmer (19,9 Prozent) litten an allgemeiner Fettleibigkeit und 37.024 Teilnehmer (27,1 Prozent) an zentraler Fettleibigkeit.

 

Spät ins Bett zu gehen erhöht das Risiko für Übergewicht

Die mittlere nächtliche Schlafdauer betrug 7,8 Stunden. Insgesamt 19.660 Teilnehmer (14,4 Teilnehmer) gingen spät zu Bett, das heißt um Mitternacht oder später. Verglichen mit einer Zubettgehzeit zwischen 20 und 22 Uhr war die späte Schlafenszeit mit einem höheren Risiko (plus 20 Prozent) für allgemeine Fettleibigkeit und zentrale Fettleibigkeit verbunden.

Spät ins Bett zu gehen erhöht also das Risiko für Übergewicht. Das Risiko lag noch höher bei den Teilnehmern, die zwischen 2 Uhr morgens und 6 Uhr morgens zu Bett gingen (allgemeine Adipositas plus 35 Prozent, zentrale Adipositas plus 38 Prozent).

Weniger als 5 Stunden Schlaf machen ebenfalls dick

Eine Schlafenszeit von weniger als 5 Stunden war mit einem um 27 Prozent erhöhten Risiko für allgemeine Adipositas verbunden, längere Nickerchen von mehr als einer Stunde waren mit einem um 39 Prozent höheren Risiko für zentraler Adipositas verbunden. Fazit der Forscher: Gewichtskontrollprogramme sollten eine frühere Schlafenszeit fördern und kurzen nächtlichen Schlaf vermeiden.

Foto: Adobe Stock/cliplab

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