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14.01.2016

Sorge um Qualität der Kinderpflege

Die Bundesregierung plant die Zusammenlegung der bisher getrennten Ausbildungen für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Eltern, Ärzte und Pflegekräfte sorgen sich, dass dadurch vor allem die Qualität der Kinderkrankenpflege leidet.
Sorge um Abschaffung der Kinderpflege

Kinder benötigen eine ganz spezielle Pflege

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt immer weiter an; gleichzeitig fehlt es an ausreichend qualifizierten Pflegekräften. Um hier Abhilfe zu schaffen, plant die Bundesregierung die Zusammenlegung der bisher getrennten Ausbildungsgänge in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu einer sogenannten „generalistischen Ausbildung“. Dadurch soll es leichter werden, die Pflegekräfte später flexibler einzusetzen. Doch bei vielen Betroffenen stößt dies auf massive Kritik, weil sie Einbußen bei der Qualität der Pflegeberufe erwarten. Vor allem um die Kinderkrankenpflege sorgt man sich.

„Eine Generalisierung der Pflege zu einer Einheitspflege ignoriert die besondere und verletzliche Situation des kranken Kindes. Schwer kranke und chronisch kranke Kinder werden die Verlierer einer Reform sein, die in erster Linie den Personalmangel in der Altenpflege bewältigen soll“, lautet beispielsweise die Kritik der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GkinD). Gerade Kinder benötigten eine spezialisierte Pflege, so die Experten.

Kinderkrankenpflege benötigt spezielle Kenntnisse

Das Patientespektrum in der Kinderkrankenpflege reicht vom weniger als 500 Gramm leichten Frühgeborenen über schwerkranke Kleinkinder bis zum pubertierenden Jugendlichen. Dabei müssen die Pflegekräfte sowohl in der Gesundheitsförderung und Prävention, der klassischen Krankenpflege, der Rehabilitation und der palliativen Versorgung ausgebildet sein. Dass die neue generalistische Pflegeausbildung hierfür nicht genug Raum bietet, ist die große Sorge von Eltern, Pflegekräften und Ärzten.

„Wer einmal erlebt hat, wie ein schwer krankes Kind von erfahrenen Kinderkrankenschwestern betreut wird, welch großes Fachwissen hier vorhanden ist und mit welch hohen Anforderungen die fachgerechte spezifische Pflege von Kindern verbunden ist, kann sich über diese Reform, die die Kinderkrankenpflege in der Erstausbildung abschaffen will,  nur wundern“, kritisiert auch Professor Ertan Mayatepek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die Pläne der Bundesregierung.

 

Kinder als Opfer der Reform?

Nach Aussage vieler Fachgesellschaften droht die Abschaffung des Berufs „Kinderkrankenschwester“ und der Verlust der auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnittenen Fachausbildung. Zwar soll die neue Ausbildung Spezialisierungsmodule für Alten-, Kranken- und Kinderpflege enthalten, doch nach Ansicht vieler Experten reiche dies keineswegs aus. „Wir können nur hoffen und darauf drängen, dass die Politik hier nachbessert“, erklärt auch Professor Manfred Gahr, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin. Nun wird unter anderem mit Online-Petitionen versucht, die Reform der Pflegeberufe zu verhindern.

Foto: © RioPatuca Images - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
 

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