Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.07.2016

Sonnenbrand: Ein Sechstel der Deutschen nutzt nie Sonnencreme

Wie schützen sich die Deutschen vor Sonnenbrand? Die DAK-Gesundheit startete eine Umfrage mit dem Forsa-Institut. Ergebnis: Ein Sechstel der Deutschen nutzt nie Sonnencreme oder Sonnenmilch.
Sonnenbrand

21 Prozent der Männer verzichten auf Sonnencreme

21 Prozent der Creme-Verweigerer waren Männer, bei den Frauen betrug der Anteil 14 Prozent. 41 Prozent der Deutschen hatten 2015 mindestens einen Sonnenbrand. Vor allem junge Erwachsene nahmen das Sonnenbaden auf die leichte Schulter: Von den 18- bis 29-Jährigen hatten sich 71 Prozent mindestens einmal in der Sonne verbrannt, heißt es weiter in einer DAK-Mitteilung. Ein knappes Viertel der unter 30-Jährigen sogar mehrmals.

Die über 60-Jährigen hatten mit 16 Prozent vergleichsweise selten einen Sonnenbrand. Die Umfrage ergab weiter: Immerhin 70 Prozent der Deutschen verzichten auf intensives Sonnenbaden, 63 Prozent schützen sich durch Kleidung oder eine Kopfbedeckung, und 36 Prozent vermeiden konsequent die Sonne in der Mittagszeit.

So entsteht Sonnenbrand

Sonnenbrand entsteht, wenn der eigene Schutz der Haut überlastet ist. Spezielle Zellen in der Haut, die Melanozyten, geben das Farbpigment Melanin ab. Dieses Pigment färbt die Haut braun und schützt sie gleichermaßen. Bei einem Überschuss an Sonnenlicht dringen die UV-Strahlen ungehindert in die Haut ein und schädigen dort das Zellgewebe. „Die Folge sind Entzündungsreaktionen der Haut, die nach einigen Stunden in Gang kommen. Das Vollbild eines Sonnenbrandes ist meist nach 12 bis 24 Stunden sichtbar", so DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff.

 

So kann man sich vor Sonnenbrand schützen

Sonnenschutz ist das A und O zur Vorbeugung des Sonnenbrandes. Neben Sonnencreme ist die richtige Kleidung entscheidend. Bei extremer Hitze schützen Sonnenhüte vor Sonnenbrand und Hitzestich. Das Eincremen ist Pflichtprogramm. Ein Schutz der Augen wird oft vergessen oder unterschätzt. Sonnenbrillen mit UV-Schutz sind wichtig, um Netzhautentzündungen vorzubeugen.

In der Zeit von 11 bis 15 Uhr sollte man die Sonne meiden. Die Intensität der Sonnenstrahlen und das Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen, sind in dieser Zeit am höchsten. Ein Plätzchen in der prallen Sonne unterstützt die Sonnenbrand-Entwicklung. Braun wird man auch im Schatten. Die Sonnenkraft liegt da trotzdem bei 50 Prozent.

Rothaarige bekommen am ehesten Sonnenbrand

Wie empfindlich ein Mensch auf die Sonne reagiert, hängt unter anderen vom Hauttyp ab. Menschen mit sehr heller Haut, Sommersprossen, hellen Augen und rötlichen oder rötlich-blonden Haaren entsprechen dem Hauttyp 1. In Deutschland im Sommer zur Mittagszeit erreicht die Sonne den UV-Index 8 - damit wird die Strahlenintensität angegeben. Hier könnte Hauttyp 1 höchstens 15 Minuten ungeschützt in der Sonne bleiben, ohne zu verbrennen.

Auch die Ozonwerte, der Einfallswinkel der Sonne und die Nähe zum Wasser, können einen Sonnenbrand in seiner Intensität beeinflussen. Unterschätzt werden die Sonnenstrahlen am Strand oder im Wasser. Sand und Wasser reflektieren die Strahlen auf unsere Haut. Aber auch bei Wind und Wolken ist Vorsicht geboten, denn wir nehmen die Strahlungsintensität der Sonne dann weniger wahr

Das kann man gegen Sonnenbrand tun

Dr. Dankhoff empfiehlt: Die Haut sollte nach einem Sonnenbrand nicht mehr der Sonne ausgesetzt werden. Ein bewährtes Heilmittel gegen Sonnenbrand ist Wasser. Wassertrinken kurbelt den Regenerationsprozess der Haut an und kompensiert den Flüssigkeitsverlust. Wasser als Hautspray lindert das Spannungsgefühl, das durch einen Sonnenbrand verursacht wird, und kann entzündungshemmend sein.

After-Sun-Produkte kühlen die von einem Sonnenbrand stark belastete Haut schonend und spenden Feuchtigkeit. Der Inhaltsstoff Aloe Vera regt sogar das Zellwachstum an. Kalte Umschläge mit Hausmitteln, wie beispielsweise Quark oder Joghurt, wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Keine Coolpacks oder Eiswürfel verwenden: Es kann zu einer Erfrierung kommen, was die Haut neben dem Sonnenbrand zusätzlich belastet.

Regelmäßiger Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Dankhoff empfiehlt, alle zwei Jahre zur Hautkrebsvorsorgeuntersuchung zu gehen.

Foto: jivimages

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sonnenbrand
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sonnenbrand

19.04.2019

Die Sonne gewinnt erfreulich spürbar an Kraft, aber die Haut ist noch blass vom Winter: Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb keinesfalls nur eine Angelegenheit der Sommermonate – er beginnt im April. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Schon jetzt ist die Sonne ähnlich intensiv wie im August.

Die Sonne wird auch bei uns in Mitteleuropa aggressiver. Deshalb ist es wichtig, Sonnenschutzmittel richtig und großzügig einzusetzen – und einzusehen, dass sie kein Freibrief für grenzenloses Sonnenbaden sind. Vor allem mittags kann Schatten die beste Lösung sein.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Kinder reagieren besonders sensibel auf Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper kann Gifte dazu noch schlechter abbauen. Wer als Erwachsener in Gegenwart von Kindern raucht, erhöht deren Risiko, Asthma und andere Krankheiten zu bekommen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Deutschen Lungentags am 25. September hin.


 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin