Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Sollten Kinder und Jugendliche Vitamin D einnehmen?

Freitag, 20. November 2015, aktualisiert: 19.01.2023 – Autor:
Sollten Kinder und Jugendliche zusätzlich Vitamin D einnehmen - insbesondere in den Wintermonaten? Ist die ausreichende Versorgung mit Vitamin D auf natürlichem Wege hierzulande gewährleistet?
Die Haut braucht Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden

Vitamin D wird vor allem durch Sonnenlicht gebildet – Foto: JenkoAtaman - Fotolia

Vitamin D hat Einfluss auf die Knochen sowie weitere Körperfunktionen und Krankheitsrisiken. Die Vitamin-D-Versorgung ist gerade in der Wachstumsphase wichtig. Über den ungenügenden Vitamin-Status bei Kindern und Jugendlichen sind sich die Fachgesellschaften einig.

Die Vitamin-D-Aufnahme über Lebensmittel ist ungenügend. 80 bis 90 Prozent des Vitamin D werden über die Haut produziert. Dafür braucht es Sonneneinstrahlung, an der es hierzulande in Winter mangelt. In Deutschland kann in den sonnenlichtarmen Wintermonaten kaum oder kein Vitamin D in der Haut gebildet werden. Dafür ist nämlich die UV-B-Strahlung nötig. Eine bessere Versorgung im Kindes- und Jugendalter ist daher ohne zusätzliche Gabe kaum zu erreichen.

Sollten Kinder und Jugendliche Vitamin D einnehmen?

Die tägliche Vitamin-D-Zufuhr über Lebensmittel – hier kommen vor allem fettreicher Seefisch wie Hering oder Lachs in Frage - beträgt etwa 50–100 Internationale Einheiten Vitamin D (I.E.).  Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei fehlender endogener Synthese, also fehlender Sonneneinstrahlung, für Kinder unter einem Jahr die Zugabe von 400 IE, für alle anderen Altersgruppen von 800 IE.

In den Sommermonaten kann die körpereigene Synthese in der Haut durch den Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, das Meiden der Mittagssonne oder zu seltene Aufenthalte im Freien eingeschränkt sein.

 

Wie erkennt man Unterversorgung mit Vitamin D?

Die Versorgungslage mit Vitamin D lässt sich anhand des 25(OH)D-Spiegels überprüfen. Vitamin D, in der Haut gebildet oder über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, ist ein zunächst inaktives Prohormon, das in der Leber in 25-Hydroxy-Vitamin-D, also 25(OH)D, umgewandelt und dann wieder ins Blut abgegeben wird. Die Versorgung mit Vitamin D, die so genannte 25-Hydroxyvitamin-D-Serumkonzentration, sollte mindestens 50 nmol/l betragen. Eine Differenz muss über die endogene Synthese (Sonneneinstrahlung) und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats gedeckt werden.

Foto: Jenko Ataman

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Vitamin D , Vitaminmangel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vitamin D

31.10.2019

Damit sich ihre Knochen richtig entwickeln, benötigen Babys und Kleinkinder Vitamin D. Sonneneinstrahlung und Nahrung reichen jedoch nicht aus, damit sie ausreichend versorgt sind. Fachgesellschaften empfehlen daher, in den ersten 12 bis 18 Monaten täglich 10 µg Vitamin D zuzuführen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Diabetiker haben normalerweise ihre Krankheit von Geburt an, aufgrund eines Organ-Defekts der Bauchspeicheldrüse (Typ 1). Oder sie erwerben sie durch einen jahrelangen ungesunden Lebenswandel (Typ 2). Wissenschaftler sagen jetzt: Es geht auch beides.

Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin