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So wird das Karpaltunnelsyndrom behandelt

Starke mechanische Belastungen wie Klavierspielen können zu einem Karpaltunnelsyndrom führen. Früh erkannt, kann das Leiden gut konservativ behandelt werden. Manchmal ist jedoch eine Operation notwendig, um das Absterben eines Nerven zu verhindern.
Das Leiden der Pianisten: Beim Karpaltunnelsyndrom hilft häufig schon eine Ruhigstellung der betroffenen Hand

Das Leiden der Pianisten: Beim Karpaltunnelsyndrom hilft häufig schon eine Ruhigstellung der betroffen Hand

Drei zentrale Nerven versorgen unsere Hände: Der Mittelnerv (Nervus medianus), der Ellennerv (Nervus ulnaris) und der Speichennerv (Nervus radialis). Sie verlaufen durch verschiedene Engstellen im Bereich des Unterarms und des Handgelenks. Werden die Nerven dort zusätzlich eingeengt oder gar eingeklemmt, entstehen Kompressionssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom oder das Kubitaltunnelsyndrom. Häufig davon betroffen sind Pianisten und Handwerker, also Personen, die deren Hände stark beansprucht werden.

Neben mechanischen Belastungen können aber auch vorangegangene Verletzungen, rheumatische Erkrankungen, knöcherne Auswüchse infolge von Unfällen oder Entzündungen des Sehnengleitgewebes Ursachen für ein Karpaltunnelsyndrom sein.

Symptome Karpaltunnelsyndrom

Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheit in einzelnen Fingern oder der Mittelhand sowie Schmerzen beim Betätigen der Hände sind die typischen Symptome eines Kompressionssyndroms. Im weiteren Verlauf kann eine mangelnde Versorgung der Muskeln zu nachlassender Kraft und Beweglichkeit der Hände führen. Im Spätstadium kann sogar ein betroffener Nerv komplett ausfallen, es kann zu Muskelschwund oder Lähmungserscheinungen kommen.

 

Entlastung der Hände hilft in vielen Fällen

Darum sollten die ersten Warnzeichen unbedingt ernstgenommen werden. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto sanfter die Therapie und desto besser die Heilungschancen. Wird die Diagnose Karpaltunnelsyndrom früh gestellt, führt allein die Ruhigstellung der Hand oder eine medikamentöse Behandlung bei 35 bis 40 Prozent der Betroffenen zum Erfolg.

Operation kann Schlimmeres verhindern

Bei Patienten mit schweren motorischen und sensitiven Ausfallerscheinungen kann eine Operation die Beschwerden lindern. „Ein chirurgischer Eingriff wird zum Beispiel notwendig, wenn sich dauerhafte Schäden der Handfunktion abzeichnen", erläutert Dr. Eva-Maria Baur, Handchirurgin und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH). „Mittels einer minimal-invasiven oder offenen Operation kann dabei die Engstelle erweitert und der Nerv verlagert werden, um Entlastung zu schaffen.“

Nach Angaben der DGH werden in Deutschland jedes Jahr rund 200.000 Operationen des Karpaltunnelsyndroms durchgeführt. In rund 90 Prozent aller Fälle sind die Betroffenen anschließend beschwerdefrei.

Foto: © Adobe Stock/Nomad Soul

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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