Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

So viel Zucker ist erlaubt

Wieviel Zucker am Tag ist erlaubt? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat eine neue Obergrenze veröffentlicht. Um die rote Linie nicht zu überschreiten, müsste der durchschnittliche Verbraucher seine Zuckerzufuhr um mindestens 25 Prozent senken.
Zucker, Obergrenze

Kenn Dein Limit: In Deutschland gibt es jetzt eine Obergrenze für Zucker.

Die Deutschen lieben Zucker. Daten aus Ernährungsverhaltensstudien zeigen, dass Frauen im Schnitt rund 61 Gramm am Tag und Männer 78 Gramm am Tag davon zu sich nehmen. Experten halten das für zu viel. Denn Zucker in diesen Mengen gilt schon als ungesund. Aber wieviel von dem süßen Stoff ist eigentlich erlaubt?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben nun eine Obergrenze festgelegt. In einem gemeinsamen Konsensuspapier vom 20. Dezember heißt es: Die maximale Zufuhr sollte weniger als zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr betragen. Bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2 000 kcal am Tag entspricht diese Empfehlung einer maximalen Zufuhr von 50 Gramm freien Zuckern. Zu freien Zuckern zählen Monosaccharide und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen. Außerdem gehört natürlich vorkommender Zucker in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten dazu.

Die neue Obergrenze für Zucker ist WHO konform

Mit der Obergrenze sind die Fachgesellschaften den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefolgt, die diesen Richtwert schon 2015 festgelegt hatte – mit dem Ziel, die Adipositas und Diabetesepidemie einzudämmen.

Ein großer Anteil der Zufuhr freier Zucker stammt in Deutschland aus Süßwaren (36 Prozent) und zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Fruchtsäften und Nektaren (26 Prozent) sowie Limonaden (12 Prozent). Die Fachgesellschaften geben zu bedenken, dass gerade zuckrige Getränke keinen Sättigungseffekt haben und am Ende mehr Kalorien zugeführt als verbraucht werden. Außerdem erhöhten die zuckergesüßten Getränke das Risiko für Diabetes.

 

Verarbeitete Lebensmittel enthalten oft versteckten Zucker

Zucker steckt aber nicht nur in Süßem. Schaut man auf das Kleingedruckte, sind oft auch Konserven, Brot, Wurst und Tiefkühlgerichten Zucker zugesetzt. Wer sich gesund ernähren will, sollte darum möglichst auf verarbeitete Lebensmittel verzichten. Speziell für Kinder beworbene Lebensmittel sind oft stark zuckerhaltig und deshalb überflüssig. Generell halten die Fachgesellschaften eine zuckerarme Ernährung für gesundheitsfördernd und verweisen auf ihre „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung."

Ein Viertel weniger

Um die Obergrenze nicht zu überschreiten, müsste der durchschnittliche Verbraucher seine Zuckerzufuhr um mindestens 25 Prozent senken. Bisherige Präventionsmaßnahmen haben nichts gebracht, um Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen beizukommen. Aus diesem Grund werden derzeit weltweit verschiedene ernährungspolitische Maßnahmen aus dem Gebiet der Verhältnisprävention angewendet, auch mit dem Ziel der bevölkerungsweiten Reduktion der Zuckerzufuhr. Auch in Deutschland sollen ab 2019 bis 2025 die Zuckergehalte in Fertigprodukten reduziert werden.

Foto: Pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zucker

27.01.2021

Weißer Industriezucker wird zunehmend durch alternative Süßungsmittel ersetzt. Xylit – auch als Birkenzucker bekannt – steht dabei hoch im Kurs. Fakt ist, dass er weniger Kalorien hat, aber ist die Zuckeralternative deshalb auch gesünder?

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin