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So viel verdient eine Pflegekraft in Deutschland

Die Gehälter in der Pflegebranche sind bundesweit sehr unterschiedlich. Nun zeigt die Umfrage eines Pflegjobportals, wieviel Pflegekräfte im Schnitt verdienen. Beim Bruttogehalt ist tatsächlich noch Luft nach oben.
Gehalt, Pflegekraft

Viel Verantwortung, wenig Lohn: Eine Pflegekraft verdient im Schnitt 2.450 Euro brutto im Monat

Im Zuge des Fachkräftemangels werden immer mehr Forderungen laut, die Gehälter von Pflegekräften anzuheben. Ein höherer Lohn, wird argumentiert, könnte den Beruf attraktiver für junge Leute und das Personal zufriedener machen. Derzeit sind die Gehälter für Pflegekräfte allerdings sehr unterschiedlich. So kommt es darauf an, ob man in einem größeren Krankenhaus, wo nach Tarif bezahlt wird, arbeitet, oder in einem Altersheim oder in einer Rehaklinik, wo es keine tarifliche Bezahlung gibt. Große Unterschiede gibt es auch zwischen den Bundesländern.

2.452 brutto für einen Vollzeitjob mit hoher Verantwortung

Jetzt hat das Portal "pflegejobs" seinen Nutzern die Frage nach ihrem durchschnittlichen Bruttogehalt gestellt. Mehr als 2.000 Pflegekräfte nahmen an der online-Umfrage teil. Nach den veröffentlichten Ergebnissen kommt eine Pflegekraft in den alten Bundesländern im Schnitt auf 2.490 Euro brutto im Monat, in den neuen Bundesländern sind es dagegen nur 2.170 Euro. Im Mittel sind es also 2.452 Euro, die eine Pflegekraft in einem Vollzeitjob verdient. Und das bei hoher Arbeitsbelastung und viel Verantwortung.

Mitarbeiter mit einer Leitungsfunktion verdienen freilich mehr. Bei einem Heimleiter stehen 5.800 Euro brutto auf dem Lohnzettel, bei einer Pflegedienstleitung 3.080 Euro und bei einem Wohnbereichsleiter 2.800 Euro. Krankenpfleger verdienen mit 2.730 Euro mehr als Pflegefachkräfte, die brutto 2.400 Euro im Monat verdienen. Eine Pflegehilfskraft bringt dagegen jeden Monat nur 1.780 Euro brutto nach Hause. Das ist ungefähr so viel, wie ein (ungelernter) Verkäufer in Deutschland verdient. Dabei machen Pflegehilfskräfte die gleiche Arbeit wie ihre examinierten Kollegen, also weit mehr als nur Essen bringen oder Bettpfannen leeren.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass nicht nur die Hierarchie, sondern auch das Alter eine Rolle spielt. Hier gilt die Formel: Je älter desto höher das Gehalt. So verdienen junge Pflegekräfte zwischen 16 und 25 Jahren mit 2.250 Brutto am wenigsten, während ihre erfahren Kollegen zwischen 56 und 65 Jahren mit durchschnittlich 2.600 Euro am meisten verdienen.

 

Bessere Arbeitsbedingungen erwünscht

Die Zahlen der Umfrage zeigen, dass bei den Gehältern in der Pflegebranche durchaus noch Luft nach oben ist. Krankenhäuser und Pflegeinrichtungen können oder wollen ihren Pflegekräften jedoch keine höheren Gehälter bezahlen, weil sie selbst knapp bei Kasse sind. Die Frage ist auch, ob ein höheres Gehalt, die Pflegekräfte zufriedener macht. Bei den jüngsten verdi-Streiks ging es gar nicht um eine bessere Bezahlung, sondern um bessere Arbeitsbedingungen. Und die wären nur durch deutlich mehr Personal zu erreichen.

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
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