. Allergien

So sieht der optimale Garten für Allergiker aus

Wer an einer Pollen- oder Kontaktallergie oder an Asthma leidet, sollte bei der Auswahl der Pflanzen im eigenen Garten aufpassen. Denn nicht alles, was schön oder trendig ist, ist auch gesund. Zehn Tipps für einen allergikerfreundlichen Garten.
Haselnussstrauch mit Kätzchen, Pollen

Umsägen ist gesund: Haselnussbüsche oder Birken plagen besonders viele Allergiker. Werden sie entfernt, lassen die Heuschnupfenbeschwerden nach.

Haselnuss-Strauch weg, Rosensträucher her: Diese Aktion könnte für einen Allergiker die erste Maßnahme sein, um Gesundheitsrisiken aus dem eigenen Garten so gut es geht zu verbannen. Der Haselstrauch gehört in Zentraleuropa zu den häufigsten Auslösern für eine Pollenallergie. Der bis zu fünf Meter hohe Busch zählt zu den sogenannten Frühblühern: Mit einem Höhepunkt der Blüte zwischen Januar bis März gehört die Haselnuss damit zu den ersten natürlichen Allergieauslösern im Jahr. Die Pollen werden durch die männlichen Blüten verbreitet, die in Form von gelben „Kätzchen“ in Erscheinung treten.

Gefahren im Garten: Pollen- und Kontaktallergie

Allergien im Garten treten hauptsächlich in zwei Varianten auf: als Pollen- und als Kontaktallergie. Unter Pollenallergien („Heuschnupfen“) leiden etwa 16 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Pollenallergien werden durch Frühblüher (Hasel, Erle, Birke), Gräser (Roggen) und bestimmte Kräuter (Beifuß, Ambrosia) ausgelöst. Als weitere Allergieauslöser unter den Bäumen und Stauden gelten Schwarzerle, Weide, bestimmte Eschen- und Pappelarten sowie der Spitzwegerich. Unter den Gräsern sind vor allem die Süßgräser für Allergiker relevant. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Roggen, Gewöhnliches Ruchgras, Knäuelgras oder Beifuß.

Kontaktallergie bedeutet: Die Berührung bestimmter Pflanzen kann zu allergischen Reaktionen im Körper führen oder zu lokalen Hautirritationen. Betroffen sind dann diejenige Hautpartien, die mit der Pflanze direkt in Berührung kamen. Heilbar sind Kontaktallergien nicht, die wichtigste Maßnahme ist deshalb: den Kontakt vermeiden.

 

Klimawandel: Neue Pflanzen, neue Allergene

„Nicht nur der Klimawandel, sondern auch Trends in der privaten Gartenbepflanzung sowie der städtischen Grünflächengestaltung können die Allergiebelastung beeinflussen“, heißt es beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). So gilt die Purpurerle als Baum, der sich dem Klimawandel gut anpassen kann. Deshalb wird sie von Städten und Gemeinden verstärkt bei der Bepflanzung eingesetzt. Aber: Die Purpurerle blüht früher als heimische Erlen – und verlängert damit innerhalb des Kalenderjahres die Pollenflugsaison. Weitere Beispiele für mögliche neue Allergene sind der Olivenbaum, verschiedene Beifuß- und Gräserarten, die als Trendpflanzen zum Kauf angeboten werden, und Koniferen wie beispielsweise Thuja-, Eiben- oder Zedernarten.

Gartengestaltung: Große Blüten, geringe Allergiegefahr

Grundsätzlich können sich Allergiker an die Devise halten: Je größer und bunter die Blüte, desto besser die Pflanze, heißt es beim Allergie- und Asthmabund weiter. Sogenannte Insektenblütler haben auffällige, farbenfrohe Blüten, ihre Nektardrüsen können Düfte versprühen. Damit wollen sie ihre Bestäuber anlocken – Bienen, Hummeln, Falter, Fliegen und Käfer. Sie haben größere, klebrige Pollen, die an den Insekten haften bleiben sollen – und damit nicht durch die Luft schwirren. Beispiel: Lippenblütler (Gartensalbei), Rachenblütler, die sich erst beim Landeanflug der Insekten öffnen  (Elfenspiegel) oder Pflanzen mit versteckten Staubblättern (Nelkengewächse). Anders ist dies bei den „Windblütlern“, zu denen viele Pollenallergieauslöser zählen. Ihre Pollenproduktion ist hoch, ihre Pollen sind nicht klebrig und haben meistens eine glatte Oberfläche. Mit dem Wind verteilen sie sich weitflächig in der Natur und oft auch in Häusern und Wohnungen. Beispiele: Nadelbäume mit Zapfen, Gräser, Bäume oder Sträucher mit Kätzchenblüten.

Zehn Tipps für den allergen-armen Garten:

Blütenformen: Je größer und auffälliger die Blüten, umso wahrscheinlicher handelt es sich um insektenbestäubte Pflanzen, die meist weniger Pollen produzieren.

Hecken, Sträucher, Bäume können als Windfang und Pollenfilter wirken.

Komposthaufen und Biotonnen können für Schimmelpilzallergiker problematisch sein. Deshalb: geschlossene Komposter verwenden, Bio- und Mülltonnen regelmäßig reinigen (und dabei Mundschutz tragen).

Rasen nicht zu hoch werden lassen, wenig düngen, beim Mähen können allergene Pollen/Sporen aufgewirbelt werden.

Terrassen/Sitzplätze mit Windfang abschirmen, Pollenschutzgitter an Terrassen-/Balkontüren.

Gartentagebuch führen: Informationen sammeln zu Blühzeiten der individuellen Allergieauslöser, Beschwerden in der Pollenflugzeit, Wetterlagen, Hautreaktionen.

Augen auf beim Pflanzenkauf: Angebote und Empfehlungen in Gartencentern oder -zeitschriften auf Allergierelevanz hinterfragen.

Wetter beachten: Gartenarbeiten am besten nach langen Regenschauern durchführen, da die Pollen aus der Luft gewaschen werden. Bei längeren Trockenperioden während des Pollenflugs kann der Einsatz eines Wassersprengers die Pollenbelastung im Garten verringern.

Ziergräser: Bambus oder Ziergräser gehören zu den Süßgräsern und sind als Allergieauslöser bekannt (Heuschnupfen, bei Bambus auch Hautreaktionen).

Koniferen: Alle Nadelgehölze wie Thuja (Lebensbaum), Douglasie, Lärche, Kiefer, Tanne oder Fichte besitzen allergenes Potenzial. Die männlichen Pflanzen der Eibe setzen im Frühjahr regelrechte „Pollenwolken“ frei.

(Quelle: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.)

Foto: Fotolia.com/PRILL Mediendesign

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Hauptkategorie: Medizin
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