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So schützt sich Leipzig vor Ebola

Nach dem Tod eines Ebola-Patienten am Leipziger Sankt Georg Krankenhaus halten die behandelnden Ärzte eine Weiterverbreitung des Virus für nahezu ausgeschlossen. Das Klinikum habe umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, hieß es.
So schützt sich Leipzig vor Ebola

Die Isolierstation des Klinikums St. Georg in Leipzig: Hier war der UN-Mitarbeiter an seiner Ebola-Erkrankung gestorben

Ebola ist längst kein Problem mehr von West-Afrika. In Spanien und den USA haben sich Pflegekräfte bei der Behandlung von Ebola-Patienten infiziert. Nun wächst auch in Deutschland die Sorge vor einer Weiterverbreitung des Virus. Am Leipziger Klinikum St. Georg wurde ein 56-jährige UN-Mitarbeiter behandelt, der nach fünftägiger Behandlung in der Nacht zum Dienstag an den Folgen seiner Ebola-Infektion gestorben war. Wenige Stunden nach seinem Tod wurde er eingeäschert. Der Chefarzt der Isolierstation Professor Bernhard Ruf versicherte, das Klinikum arbeite nach den höchsten Sicherheitsstandards. Er halte daher eine Weiterverbreitung des Virus für nahezu ausgeschlossen. „In den medizinischen Einrichtungen, wo Übertragungen stattgefunden haben, sind die Vorkehrungen, nach unserem Wissensstand, nicht mit denen in Deutschland vergleichbar“, sagte der Infektionsmediziner der Nachrichtenagentur dpa. „Ich bin mir 100-prozentig sicher, dass sich kein Mitarbeiter einem Risiko ausgesetzt hat“, betonte Ruf.

Behandlung im Unterdruckzimmer

Der Erkrankte wurde nach Auskunft der Leipziger Klinik auf der Sonderisolierstation für hochinfektiöse Krankheiten in einem Unterdruckzimmer untergebracht. Hohe Sicherheitsvorkehrungen gewährleisten dort, dass keine Krankheitserreger nach außen gelangen. Dazu gehören unter anderem ein spezielles Lüftungssystem, das die Zu- und Abluft filtert, sowie die Dekontamination des Abwassers. Dort sei der Patient rund um die Uhr von speziell ausgebildeten Mitarbeitern im Schichtsystem versorgt worden. Das Personal sei stets mit flüssigkeitsdichten Anzügen und speziellen Respiratoren ausgestattet gewesen, hieß es weiter. Das Ausziehen der Schutzkleidung sei durch eine zweite und dritte Person übernommen und niemals selbst durchgeführt worden. Bei der Behandlung des Patienten seien pro Stunde mindestens 20 bis 30 Einweg-Handschuhe gewechselt worden. Zusätzlich seien pro Tag bis zu 100 spezielle Schutzanzüge verbraucht worden.

Alle verwendeten Materialien gelten als Sondermüll der Sicherheitsstufe 4 und müssen entsprechend der Richtlinien des Robert Koch Institutes sicher entsorgt werden. Für die Dekontaminierung des Sondermülls kommt direkt im Klinikum St. Georg der Autoklav zum Einsatz. Das ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter zur Dampfdrucksterilisation. Derzeit wird die Sonderisolierstation mit Gas desinfiziert. In wenigen Tagen soll sie wieder sicher und einsatzbereit sein.

 

Ebola-Infektion: UN-Mitarbeiter befand sich bereits bei Einlieferung in sehr kritischem Zustand

Zu den näheren Umständen des Todes des Ebola-Patienten wollte das Klinikum aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht und der Personenschutzrechte keine Angaben machen. Der Patient habe sich bereits bei seiner Ankunft in einem sehr kritischen Zustand befunden und eine lebensstabilisierende Behandlung erhalten. „Trotz der intensiven medizinischen Betreuung und den höchsten Anstrengungen der Ärzte und Pfleger konnte der Tod nicht verhindert werden“, erklärte die Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg. Dr. Iris Minde. Das Personal werde kontinuierlich gesundheitlich überwacht. 

Hauptkategorie: Medizin
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