. Europäischer Gesundheitsbericht 2012 der WHO

So gesund ist Europa

Die Europäer leben heute länger und gesünder. Infektionskrankheiten kommen seltener vor als in der übrigen Welt. Es gibt jedoch große Unterschiede unter den einzelnen Ländern. Das zeigt der Europäische Gesundheitsbericht 2012 der WHO.
Europäische Gesundheitsbericht 2012: Gesundheitliche Fortschritte in Europa

Europäische Gesundheitsbericht 2012: Gesundheitliche Fortschritte in Europa

Der Europäische Gesundheitsbericht 2012 der WHO zeigt, dass die fast 900 Millionen Menschen zählende Bevölkerung der 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region heute länger und gesünder leben. Die Lebenserwartung hat in der gesamten Region von 1980 bis 2010 um fünf Jahre auf 76 Jahre zugenommen. Im Jahr 2010 lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 80 Jahren und die der Männer bei 72,5 Jahren. Der Europäische Gesundheitsbericht 2012 zeigt auch, dass die Gesamtsterblichkeit weiter abnimmt, allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. Tendenziell sind sie im Osten der Region am höchsten und im Westen am niedrigsten. Die insgesamt geringste Lebenserwartung haben dem Bericht zufolge Weißrussland, Kasachstan, Litauen, Montenegro, Russland und die Ukraine.

Lebenserwartung in Europa um fünf Jahre auf 76 Jahre gestiegen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen fast 50 Prozent aller Todesfälle gefolgt von Krebs mit rund 20 Prozent an zweiter Stelle. Allerdings hat Krebs hat in 28 der 53 europäischen Mitgliedstaaten kardiovaskuläre Erkrankungen als die führende Todesursache bei Menschen vor dem 65. Lebensjahr abgelöst.

Infektionskrankheiten kommen in Europa seltener vor als in der übrigen Welt. Dem Europäischen Gesundheitsbericht zufolge ist die Inzidenz von AIDS rückläufig, was auf wirksame Behandlungen zurückzuführen ist. Die Zahl der Tuberkulose-Todesfälle ging von 1990 bis 2010 um 30 Prozent zurück. Allerdings geben die Ausbreitung von AIDS, Tuberkulose und sexuell übertragene Krankheiten in osteuropäischen Ländern weiterhin Anlass zur Sorge.

Unterschiede auch bei der Kindersterblichkeit

Darüber hinaus weist Europa weltweit die geringste Kindersterblichkeit auf. Zwischen 1990 und 2010 hat die Kindersterblichkeit um 54 Prozent abgenommen, so dass heute nur noch 7,9 Kinder von 1000 Lebendgeburten versterben. Dennoch gibt es auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Als die führenden Gesundheitsrisiken für Europäer hat der Europäische Gesundheitsbericht Tabakkonsum und schädlichen Alkoholkonsum identifiziert. Es wird davon ausgegangen, dass 27 Prozent der europäischen Bevölkerung über 15 Jahre rauchen.

Foto: © ARTENS - Fotolia.com

Weitere Nachrichten zum Thema Europa und Gesundheit

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Um die psychologische Versorgung von Krebspatienten in Deutschland zu verbessern, wurde kürzlich das Projekt isPo (Integrierte, sektorenübergreifende Psychoonkologie) gestartet. Damit soll ein Konzept für eine flächendeckende psychoonkologische Versorgung entwickelt werden.
Händehygiene ist die einfachste und effektivste Maßnahme um die Übertragung von Keimen und Krankenhaus-Infektionen zu verhindern. Das meldet die Medizinische Universität Wien. Am 15. Oktober war Tag des Händewaschens.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.