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24.01.2018

So gefährlich sind Energy Drinks für Jugendliche

Fast 70 Prozent aller Jugendlichen konsumieren Energy Drinks. Eine Studie aus Kanada zeigt nun, wie gefährlich die Getränke sein können. Demnach verursachen Energy Drinks bei jedem zweiten Teenager gesundheitliche Beschwerden.
Energy Drinks für Jugendliche

Energy Drinks können der Gesundheit schaden

Wach und leistungsfähig zu bleiben: Das versprechen sich Menschen, die Energy Drinks konsumieren. Mehr als 320 Millionen Liter werden alleine in Deutschland getrunken – vor allem von Jugendlichen. Doch gerade für sie ist das nicht gesund. Wie gefährlich Energy Drinks tatsächlich sein können, zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung von Forschern der University of Waterloo in Ontario. Für die Studie wurden mehr als 2000 Kanadier im Alter von zwölf bis 24 Jahre befragt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin CMAJOpen veröffentlich.

Über 50 Prozent hatten bereits gesundheitliche Beschwerden

Mahr als die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Energy Drinks konsumiert haben, gaben an, bereits negative gesundheitliche Auswirkungen erfahren zu haben. Dazu gehörten Beschwerden wie Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen und in seltenen Fällen Krämpfe. Auch Schlafstörungen, Durchfall und Brustschmerzen wurden genannt. „Energy-Drinks können sich negativ auf die Gesundheit von Jugendlichen auswirken“, so das Fazit der Forscher

Nach Angaben der Studienautoren sind diese Auswirkungen zu einen auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurückzuführen, zum anderen auf die Art und Weise, wie die Getränke häufig konsumiert werden. So werden Energy Drinks oft zusammen mit Alkohol getrunken oder während körperlicher Aktivität konsumiert. Vor dieser Kombination warnt auch die Verbraucherzentrale NRW. Sie schreibt: „Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz.“

 

Energy Drinks enthalten sehr viel Zucker

Aber auch die Drinks selbst beherbergen ein Gesundheitsrisiko. Meist wird dies mit den hohen Mengen Koffein in Verbindung gebracht – was zum Teil auch stimmt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Nach Angaben von Studienleiter David Hammond sind die Risiken größer, als es nur der hohe Gehalt an Koffein vermuten lässt. Auch in früheren Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass Energy Drinks weitaus gefährlicher sind als reine Koffeingetränke.

Neben Koffein enthalten die Getränke jede Menge Zucker, Taurin und andere Stoffe. Allein eine 0,25-Liter-Dose kann bis zu 35 Gramm Zucker enthalten, das entspricht etwa zwölf Stück Würfelzucker. Der hohe Zuckergehalt gilt als einer der Hauptgründe für die wachmachende Wirkung.

Konsum bei Kinden und Jugendlichen einschränken

„Die Anzahl der in unserer Studie beobachteten Auswirkungen auf die Gesundheit deutet darauf hin, dass mehr unternommen werden sollte, um den Konsum bei Kindern und Jugendlichen einzuschränken“, erklärt Hammond. Er moniert, dass es im Moment keine Beschränkungen für Kinder gibt, die Energy Drinks kaufen. In Kanada gibt es allerdings zurzeit Überlegungen, Werbung für Energy Drinks, die sich speziell an Kinder richtet, zu verbieten und Warnungen herauszugeben, die Getränke nicht beim sportlichen Aktivitäten zu konsumieren. In Deutschland wird immer wieder über ein mögliches Verbot von Energy Drinks diskutiert.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind mehr als zwei Energy Drinks pro Tag gesundheitlich schon bedenklich, da ein zu hoher Konsum zu Herzrhythmus-Störungen führen kann. Wer bereits unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, sollte Energy Drinks ganz meiden. Auch Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen sollten laut BfR auf den Konsum von derartigen Getränken verzichten.

Foto: © mix3r - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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