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01.10.2019

So begünstigt Alkohol Krebs

Jedem ist klar, dass Rauchen Krebs auslösen kann. Dass auch Alkohol Krebserkrankungen begünstigt, ist jedoch nicht so bekannt. Das Krebsrisiko entsteht vor allem beim Abbau des Alkohols.
Alkohol ist krebserregend

Alkohol ist krebserregend. Sichere Grenzwerte gibt es nicht.

Alkohol ist eine gesellschaftlich akzeptierte Droge. Anders als dem Tabak werden ihm mitunter sogar gesundheitsfördende Eigenschaften zugeschrieben. So soll einigen Wissenschaftlern zufolge zum Beispiel ein Gläschen Rotwein am Tag gut fürs Herz sein. Doch Alkohol ist ein Zellgift, das neben dem Gehirn fast alle Körperzellen und Organe schädigen kann. Wenig bekannt ist, dass regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen steigert, darunter Brustkrebs, Kopf-Hals-Tumore und Darmkrebs. Wissenschaftliche Studien belegen diesen Zusammenhang.

Beim Abbau von Alkohol entsteht krebserregende Substanz im Körper

Ursache für die krebsfördernde Wirkung ist unter anderem Acetaldehyd. Die Substanz entsteht beim Abbau von Alkohol im Körper und wird von Wissenschaftlern als krebserregend eingestuft. Darüber hinaus erhöht Alkohol den Östrogenspiegel - es entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht, das auf andere Zellen wachstumsfördernd wirken und dadurch die Krebsentstehung begünstigten kann.

Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober möchte die Deutsche Krebshilfe Frauen für das Thema sensibilisieren. „Wir wollen zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol ermutigen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Der sorglose Umgang könne nur bedeuten, dass der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs zu wenig bekannt sei oder verdrängt werde.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt Frauen, täglich nicht mehr als 12 Gramm Reinalkohol zu sich zu nehmen. Das entspricht einem Achtel (125 ml) Wein oder 0,3 Liter Bier. Da Männer Alkohol besser abbauen als Frauen, ist für sie die doppelte Menge „erlaubt“, wenn sie zwei bis drei alkoholfrei Tage pro Woche einlegen.

 

Sicheren Grenzwert gibt es nicht

„Aber einen sicheren Grenzwert gibt es nicht, denn jeder Konsum erhöht das Krebsrisiko“, warnt Prof. Ulrich John, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Prävention der Universitätsmedizin Greifswald. Darum gelte: „Wenn es um Alkohol geht, ist weniger tatsächlich immer besser.“ Noch besser sei es, komplett auf Alkohol zu verzichten. Denn wer sich bewusst für ein alkoholfreies Leben entscheide, gewinne viel, „vor allem Energie und Gesundheit“, so der Präventionsmediziner.

Zahlen der DHS belegen: Etwa jede fünfte Frau und jeder fünfte Mann in Deutschland überschreitet die Grenzwerte. Insbesondere die Gruppe der 45- bis 54-Jährigen Frauen entwickelt häufig riskante Trinkgewohnheiten.

40 Prozent der Tumore lebensstilbedingt

Alkohol sei aber nicht der einzige Risikofaktor für die Entstehung von Krebs, den wir selbst beeinflussen könnten, meint Gerd Nettekoven. Nichtrauchen, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Normalgewicht und der Schutz vor UV-Strahlung seien ebenso wichtig, um Krebs vorzubeugen.  Experten gehen heute davon aus, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar wären.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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