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25.09.2018

Smartphones fördern Kurzsichtigkeit bei Kindern

Studien belegen: Eine übermäßige Nutzung von Smartphones und Tablets fördert die Entwicklung von Kurzsichtigkeit bei Kindern. Nach Ansicht von Augenärzten sollten Kleinkinder bis zu einem Alter von drei Jahren Smartphones überhaupt nicht nutzen.
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Kinder sollten nur in einem begrenzten zeitlichen Rahmen Smartphones nutzen

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl kurzsichtiger Menschen vor allem in den Industrieländern rasant angestiegen. So sind in Deutschland inzwischen 50 Prozent aller jungen Erwachsenen von einer Kurzsichtigkeit betroffen; in einzelnen asiatischen Ländern beläuft sich die Quote sogar auf bis zu 95 Prozent.

Studien zeigen, dass Kurzsichtigkeit zu rund 50 Prozent vom Lebensstil beeinflusst wird. Dies gilt offenbar insbesondere für Kinder. Wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres Kongresses am 27. September 2018 betont, fördert die übermäßige Nutzung von Smartphones und Tablets die Entwicklung von Myopie (Kurzsichtigkeit) bei Kindern.

Kurzsichtigkeit erhöht Risiko für andere Augenerkrankungen

Vor allem bei kleinen Kindern können die Folgen des Smartphonekonsums beträchtlich sein. Bei Kindern unter drei Jahren führe ein häufiges Starren auf nahe Computerbildschirme zu einem Wachsen des Augapfels und damit zu einem längeren Auge, erläutert Professor Bettina Wabbels, Leiterin der Abteilung für Orthoptik, Neuro- und pädiatrische Ophthalmologie am Universitätsklinikum Bonn. Und ist die Kurzsichtigkeit erst einmal vorhanden, bleibt sie auch bestehen.

Dabei hat Kurzsichtigkeit nicht nur das Tragen von Brillen oder Kontaktlinsen zur Konsequenz. „Myope Menschen haben auch ein größeres Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Netzhautablösung, Schädigungen der Makula oder für erhöhten Augeninnendruck, der zu grünem Star führt“, betont Dr. Wabbels. Übermäßiger elektronischer Medienkonsum hat aber vermutlich noch weitere negative Auswirkungen. So kann der ständige Blick auf den Screen kindliche Augen reizen, ermüden und austrocknen. Auch steht der abendliche Griff zu Smartphone & Co. in Verdacht, Schlafstörungen auszulösen. „Der hohe Blaulichtanteil der Bildschirme hemmt die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das schläfrig macht“, erläutert die Bonner DOG-Expertin.

 

DOG: Keine Smartphones für kleine Kinder

„Aus augenärztlicher Sicht sind PC, Smartphone oder Tablet für Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren gänzlich ungeeignet“, so Wabbels. Für Vier- bis Sechsjährige empfiehlt sie eine tägliche Nutzungsdauer von bis zu dreißig Minuten – so lautet auch die Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Im Grundschulalter wäre eine Medienzeit von maximal einer Stunde täglich aus augenärztlicher Sicht vertretbar, ab einem Alter von etwa zehn Jahren von bis zu zwei Stunden pro Tag“, ergänzt die Ophthalmologin.

Besitzen Kinder eigene Geräte, die sie außer Haus mitnehmen, sollten die Eltern entweder klare Regeln aufstellen oder die Nutzungsdauer über technische Einstellungen beschränken, etwa mit einer App oder Kindersicherung. Ebenfalls wichtig: „Um Schlafstörungen zu vermeiden, sind elektronische Medien ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen tabu“, erklärt Dr. Wabbels. Außerdem sei es wichtig, darauf zu achten, dass sich Kinder täglich mindestens zwei Stunden bei Tageslicht im Freien aufhalten. Denn das wirkt einer Kurzsichtigkeit entgegen.

Foto: © Dmitry Lobanov - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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