. Aktuelle Entwicklungen in der Telemedizin:

„Smarte“ Unterstützung bei der Versorgung von chronisch Kranken

Die virtuelle Handy-Visite, die Übermittlung des Blutdrucks per Mobiltelefon oder das Weiterleiten von Röntgenbildern via MMS – Mobilfunkanwendungen werden immer wichtiger. Auch der Weltgesundheitstag Anfang April widmete sich dem Thema.

Nicht nur fürs Business gut: Smartphones unterstützen auch bei der medizinischen Versorgung.

So berichtete das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) über aktuelle Entwicklungen in der Telemedizin, dass diese zwar ärztliche Untersuchungen nicht ersetzen können, „sie tragen aber gerade in ländlichen Gebieten, in denen ein Arztbesuch oft mit langen Anfahrten verbunden ist, dazu bei, die Versorgung von Patienten zu verbessern“, so das IZMF. Mit mobilen Kontrollgeräten könnten Ärzte den Gesundheitszustand ihrer Patienten aus der Ferne beobachten und bei Bedarf entsprechende medizinische Maßnahmen einleiten. „So verbessert „mHealth“, nicht nur die Patientenversorgung, sondern entlastet gleichzeitig das Gesundheitswesen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Zentrums.

Mobile Anwendungen spielen vor allem bei chronischen Erkrankungen eine große Rolle

Eine wichtige Rolle spiele mHealth inzwischen in der medizinischen Vorsorge und Betreuung von Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Mobile Anwendungen, die chronisch kranken Patienten ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können, werden in ausgewählten Modellregionen Deutschlands getestet. Beispielsweise können im Rahmen des Projektes „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben und ärztlich beobachtet werden müssen, ihre Blut- und Herzwerte sowie den Blutdruck selbst erfassen und über ein mobilfunkgestütztes Gerät in die Telemedizinzentren nach Cottbus und Brandenburg übermitteln. Verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand, werden der Hausarzt und der zuständige Facharzt von den Telemedizinzentren per Mobilfunk informiert und können schnell eingreifen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation macht sich für mobile Health stark

In der Entwicklung befinden sich nach Angaben des IZMF vor allem Anwendungen, bei denen mHealth- und Smart-Home-Assistenzsysteme zusammenwachsen. „Das Bindeglied sind Smartphones: Mit ihnen lassen sich viele Funktionen im Haushalt – vom Licht über die Heizung bis zum Öffnen der Fenster – per App fernsteuern. In Zukunft könnten diese Anwendungen mit Bewegungssensoren in Mobiltelefonen, in der Kleidung oder im Fußboden kombiniert werden und so zum Beispiel erkennen, ob eine eingeschaltete Herdplatte vergessen wurde oder ob eine Person gestürzt ist“, Schreibt das Informationszentrum.

Um den Einsatz mobiler Technologien im Gesundheitswesen weltweit zu fördern, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Herbst 2012 zusammen mit der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) die „mHealth Initiative“ ins Leben gerufen. Ziel des weltweiten Projektes ist es, die Vorsorge und Behandlung chronischer Krankheiten vor allem in Ländern mit mangelhafter medizinischer Versorgung zu verbessern.

Foto: PureSolution - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Telemedizin, chronische Erkarnkungen

| Jeder zweite Berufstätige fürchtet, im Falle einer chronischen Erkrankung in seinem Job sehr eingeschränkt zu werden. In der Arbeitswelt scheint die Inklusion also noch nicht Realität zu sein. Das zeigt eine Studie des Medizinprodukteherstellers Coloplast.
| Fast 50 Prozent der Deutschen würden gerne eine Videosprechstunde nutzen. Ärzte sind jedoch eher skeptisch. Worauf diese unterschiedlichen Einschätzungen beruhen, wollte nun die Bertelsmann-Stiftung durch eine Umfrage herausfinden.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.