. Winterurlaub

Skifahren – So wichtig ist die Vorbereitung

Wer ohne Vorbereitung vom Bürostuhl auf die Skipiste wechselt, riskiert damit schwere Stürze und Verletzungen. Darauf macht die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) aufmerksam. Sie gibt Tipps für die optimale Vorbereitung auf den Winterurlaub.
Skifahren, Winterurlaub, Unfälle, Vorbereitung

Beim Skifahren ist die richtige Vorbereitung das A & O

Zurzeit sind sie wieder auf den Pisten unterwegs: Millionen von Wintersportlern. Dabei passieren pro Saison allein im Alpenraum über 160.000 schwere Skiunfälle. Das Hauptproblem: Viele Skifahrer unterschätzen die Muskelaktivität bei diesem Sport und fahren untrainiert in den Winterurlaub. Aber es gibt noch andere Faktoren: Rund jeder zweite Skifahrer benutzt Bindungen, die nicht optimal eingestellt sind oder sogar außerhalb der Toleranz liegen. Außerdem steigen die Frequenz und Geschwindigkeit auf den Skipisten ständig an. Und auch wer Schutzhelme und Rückenprotektoren trägt, ist dadurch nicht vor Unfällen und deren Folgen gefeit.

Verletzungen des Kniegelenks am häufigsten

Die meisten Stürze beim Skifahren passieren wegen zu hoher Fahrgeschwindigkeit, unkontrollierter Fahrweise in Rücklage oder durch die Kollision zweier Skifahrer. Das teilt die GOTS mit. Dazu kommen noch Drehstürze, die häufig aus einer extrem vorsichtigen Fahrweise mit sehr geringem Tempo entstehen. Hierbei löst die Bindung aufgrund fehlender äußerer Kräfte nicht aus.

„Grundsätzlich sind Verletzungen des Kniegelenkes am häufigsten, bei Frauen zwischen 40 und 50 Prozent, bei Männern bei ca. 30 Prozent. Dafür haben die Männer im Vergleich zu Frauen häufiger Schulterverletzungen aufgrund eines rasanteren Fahrstils mit stärkerer Kurvenlage und dadurch bedingt häufigeren Stürzen“, erklärt Dr. Peter Brucker, Leitender DSV-Mannschaftsarzt der Deutschen Ski-Nationalmannschaft alpin und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

 

Risiko mangelnde Vorbereitung

Nicht selten kommt es zu Stürzen der Skifahrer, weil der Bewegungsapparat nicht ausreichend trainiert und überbeansprucht ist. „Insbesondere die Rumpf- und Beinmuskulatur ist nicht genügend auf die spezifische Belastung des alpinen Skifahrens vorbereitet. Viele merken nicht rechtzeitig, dass sie mit ihren Kräften am Ende sind und dann ist sprichwörtlich gesehen die „letzte Abfahrt“ die letzte Fahrt für eine lange Zeit“, so Bruckner.

Wichtig sei es dabei, bereits während des ganzen Jahres die Grundlagen- und Kraftausdauer zu trainieren. Zudem sollte am Skitag selbst ein Aufwärmprogramm vollzogen werden, um die Muskulatur auf die Belastungen vorzubereiten. Auch hilft eine saubere Skitechnik, Unfälle zu vermeiden.

Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur rechtzeitig trainieren

„Vor allem die vordere, aber auch die hintere Oberschenkelmuskulatur sollte trainiert werden“, so Bruckner. Dafür eignen sich unter anderem Radfahren, Laufen, Treppensteigen, Beinpressen oder andere funktionelle Bein-Trainingsformen, z.B. Nordic Hamstrings. „Der zweite Schwerpunkt liegt im Bereich des Rumpfes. Für einen stabilen Rumpf müssen vor allem die gerade Rücken- und Bauchmuskulatur, zusätzlich auch die seitliche und schräge Muskulatur am Rumpf gezielt trainiert werden“, so der GOTS-Mediziner.

Tipps für sicheres Skifahren

Die wichtigsten Tipps für unfallfreies Skifahren fasst die GOTS wie folgt zusammen:

  • Vorbereitung auf den Skiurlaub bereits in den Sommer-/Herbstmonaten und sowie zu Beginn des jeweiligen Skitages
  • Dem Leistungslevel angepasstes Fahrtempo und saubere Skitechnik
  • Ausreichend Pausen
  • Reichlich Flüssigkeitsaufnahme
  • Bei auftretender Ermüdung mit schweren Beinen rechtzeitige Beendigung des Skitages
  • Kein Fahren unter Alkoholeinfluss

Foto: © Eva Bocek - stock.adobe.com

Autor:
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Unfallchirurgie , Sport
 

Weitere Nachrichten zum Thema Unfälle

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Immer wieder wird die gesundheitsfördernde Wirkung von Weihrauch diskutiert. Kleinere Studien konnten bereits die Wirksamkeit bei einigen Krankheiten belegen. Sie beruht offenbar vor allem auf den im Weihrauch enthaltenden entzündungshemmenden Substanzen.
Immer öfter klagen Verbraucher nach dem Verzehr von Produkten aus Weizenmehl über gesundheitliche Probleme. Kurios dabei ist: Manche vertragen die Brötchen vom einen Bäcker nicht, die vom anderen schon. Viele haben Probleme mit Weizen, aber nicht mit Dinkel – dabei sind beide Getreide eng verwandt. Ein Forschungsprojekt der Uni Hohenheim liefert neue Erkenntnisse darüber, warum.
Müdigkeit ist in der Regel ein normales, gesundes Gefühl, das uns darauf aufmerksam macht, dass wir Erholung brauchen. Doch manche Menschen fühlen sich immer müde, auch wenn sie ausreichend schlafen. Dann können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.