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Sind Eltern süchtig, steigt auch das Suchtrisiko für die Kinder

Sind die Eltern alkohol- oder drogenabhängig, leiden deren Kinder sehr darunter. Zudem ist ihr Risiko, später selbst eine Suchterkrankung oder eine andere psychische Störung zu entwickeln, signifikant erhöht. Darauf hat Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2017 aufmerksam gemacht.
Sucht bei Eltern

Für Kinder hat eine Suchterkrankung der Eltern schwerwiegende Folgen

Studien zufolge leben etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland mit mindestens einem suchtkranken Elternteil zusammen; die Dunkelziffer liegt aber noch weit höher. Etwa jedes siebte Kind hat einen alkoholkranken Vater oder eine alkoholkranke Mutter. Für Kinder werden dadurch die Lebensumstände in besonderem Maße erschwert. Häufig wird die Erziehung durch die Eltern vernachlässigt, die Kinder entwickeln oft Schuldgefühle und sind von sozialer Isolation bedroht.

Aber auch die Langzeitfolgen sind schwerwiegend. Untersuchungen konnten zeigen, dass ein Drittel der Kinder, der Eltern süchtig sind, selbst eine Suchterkrankung entwickelt. Ein weiteres Drittel leidet später an einer anderen psychischen Störung. Dass die Betreuung der betroffenen Kinder daher dringend verbessert werden muss, hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bei der Vorstellung des diesjährigen Drogen- und Suchtberichts betont.  

Kinder suchtkranker Eltern besser betreuen

„Suchtpolitik darf nicht bei den Suchtkranken selbst enden“, so Mortler. „Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern." Eine gezielte Betreuung könnte dazu beitragen, dass viele der Kinder von einer eigenen Drogenkarriere abgehalten werden. Die Politikerin fordert Bund, Länder und Kommunen auf, flächendeckend Netzwerke mit festen Ansprechpartnern in den Städten und Gemeinden zu schaffen. Eine erste Maßnahme: Nach den Sommerferien sollen in allen Grundschulen Plakate zum Thema aufgehängt werden, die auch Informationen zu Ansprechpartnern vor Ort enthalten.

Weitere Gefahren sieht Mortler im steigenden Cannabis-Konsum von Jugendlichen. Denn während der Tabak- und Alkoholkonsum bei den Jugendlichen offenbar abgenommen hat, nimmt der Cannabiskonsum unter Jugendlichen zu, so die Drogenbeauftragte. Das sei auch deshalb problematisch, weil der Wirkstoffgehalt der Droge heute viel höher sei als früher. Mortler betont, man dürfe Cannabis daher nicht verharmlosen.  

 

Jugendliche trinken und rauchen weniger

Ein positives Ergebnis des Drogenberichts ist, dass Kinder und Jugendliche heute tatsächlich weniger rauchen und Alkohol trinken. So rauchen im Vergleich zur Jahrtausendwende heute rund zwei Drittel weniger 12- bis 17-Jährige. Der Anteil der Raucher in dieser Altersgruppe liegt nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) heute unter zehn Prozent. Auch Alkoholkonsum ist bei Jugendlichen heute weniger populär. Konsumierten im Jahr 2001 noch 19 Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol, waren es 15 Jahre später auch hier „nur“ noch zehn Prozent. Dennoch gibt Mortler hier keine Entwarnung. Alkohol und Rauchen seien in der Gesellschaft tief verankert, und gegen den Missbrauch komme man nicht mit Riesenschritten an.

Foto: © czarny_bez - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
 
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