. Studie zur Asthmamedikation

Simple Tipps – bessere Compliance!

Wenn ältere Patienten Probleme haben, sich an die tägliche Einnahme ihrer Medikamente zu erinnern, sollten Ärzte ihnen raten, die Medikamente im Badezimmer aufzubewahren. Das ist ein Fazit aus einer Studie an der Icahn School of Medicine New York.

Kleines Spray - große Wirkung: Doch vielen Asthmatikern mangelt es an der Compliance

Wichtig sei, dass die Medikamenteneinnahme zu einem festen Bestandteil des Alltags älterer Menschen werden, so Dr. Alex Federman, Associate Professor of Medicine an der Icahn School of Medicine in New York City, USA, und Hauptautor einer Studie, in der es darum geht, wie ältere Asthmatiker bei der regelmäßigen Einnahme von inhalativen Kortikosteroiden unterstützt werden können. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine veröffentlicht.

Weniger als die Hälfte der Patienten nimmt Asthma-Medikamente regelmäßig

Die  so genannte Asthma Beliefs and Literacy in the Elderly (ABLE)-Studie bezieht sich auf Fragen des Selbstmanagements, medizinisches Wissen und die Einstellung gegenüber der Krankheit bei älteren Asthmapatienten. An der Studie nahmen 328 englisch- und spanischsprechende Einwohner von New York City und Chicago teil, die über 60 Jahre alt waren und an mittelschwerem oder schwerem Asthma litten. Das Forschungsteam fand heraus, dass nur etwa zwei von fünf Teilnehmern (37 Prozent) ihre inhalativen Kortikosteroide regelmäßig einsetzten.

Senioren sollten Medikamente an nur einem bestimmten Ort aufbewahren 

Die Wissenschaftler haben sechs Strategien ausgemacht, die älteren Asthmatikern dabei helfen können, ihre Medikamente regelmäßig nach ärztlicher Anweisung anzuwenden: Die Medikamente an einem bestimmten Ort aufzubewahren, was auf 44,2 Prozent der Teilnehmer zutraf, stand an erster Stelle. Interessanterweise war die Wahrscheinlichkeit für die regelmäßige Anwendung der inhalativen Kortikosteroide größer, wenn diese im Badezimmer anstatt neben dem Bett oder anderswo aufbewahrt wurden. Bei 32,6 Prozent der gewissenhaften älteren Asthmapatienten half es, den Inhalator als Teil des täglichen Ablaufs einzusetzen, entweder morgens beim Zähneputzen oder Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen. Eine weitere Strategie war es, die inhalativen Kortikosteroide zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen mit anderen Medikamenten oder nur bei Bedarf einzusetzen. Nur eine Handvoll der Teilnehmer half ihrem Gedächtnis mit einer Erinnerung, beispielsweise einer Notiz oder einem Wecker, auf die Sprünge.

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass ihre Forschungsergebnisse Medizinern und medizinischen Beratern einfache und nützliche Ideen liefern, um ältere Menschen dabei zu unterstützen, ihre Einnahmerituale für Asthmamedikamente zu verbessern. 

Foto: cardinalem - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Asthma

| Forscher haben die Krankheitsmechanismen bei allergischem Asthma weiter entschlüsselt: Offenbar ist eines der Hauptprobleme ein zu trockenes Lungensekret. Ein Medikament mit dem Wirkstoff Amilorid könnte den Schleim befeuchten und die Entzündungsreaktionen reduzieren.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.