Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Sich Insulin spritzen muss nicht weh tun

Sonntag, 26. Juni 2022 – Autor:
Viele Diabetiker spritzen sich ihr Insulin ein- bis mehrmals täglich mit Hilfe eines stiftartigen „Pens“. Richtig durchgeführt, bereitet die Injektion normalerweise keine Beschwerden. Wenn es doch wehtut: Woran liegt es – und was kann man tun?
Insulingabe mithilfe eines stiftartigen „Pens.

Insulingabe mithilfe eines stiftartigen „Pens“. – Foto: AdobeStock/RFBSIP

Erst einmal kostet es Überwindung. Aber wenn man Übung hat, funktioniert es normalerweise problemlos: Meist ein- bis dreimal täglich vor den Mahlzeit oder einmal nachts vorm Schlafengehen spritzen sich Diabetes-Patienten Insulin, damit ihr Blutzuckerspiegel richtig eingestellt ist. Dies geschieht mithilfe eines „Pens“, einer Injektionshilfe, die aussieht wie ein dicker Filzstift. Richtig durchgeführt, bereitet die Insulin-Injektion keine Schmerzen oder weiteren Beschwerden. Aber wenn es weh tut: Was ist die Ursache? Und was kann man dagegen tun?

Vor allem diese drei Gründe können zu Schmerzen oder Beschwerden führen:

  1. zu kaltes Insulin,
  2. eine falsche Nadelgröße oder
  3. eine bestehende Unverträglichkeit.

Insulin muss Zimmertemperatur haben

Was man gegen Schmerzen beim Insulin-Spritzen tun kann, erklärt das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber" in seiner aktuellen Ausgabe. Vermeiden sollte man, zu kaltes Insulin direkt aus dem Kühlschrank zu verwenden. „Beim Spritzen entsteht dann nämlich ein Gefühl wie brennendes Feuer unter der Haut. Deshalb sollte man am besten Insulin aus neuen, unangebrochenen Ampullen einige Stunden vor der Anwendung aus dem Kühlschrank nehmen“, rät Apothekerin Tanja Wulf in der Kundenzeitschrift. Insulin sollte Zimmertemperatur haben.

 

Injektionsnadel immer senkrecht in die Haut stechen

Auch die richtige Nadellänge ist wichtig, um das Gefühl des Brennens zu vermeiden. Apothekerin Wulf sagt: „Kurze Nadeln erreichen beim Spritzen nur die oberen Hautschichten. Zu lange Nadeln können bis in den Muskel gelangen. In beiden Fällen kann das Spritzen schmerzen." Ihre Empfehlung: Vier Millimeter lange Nadeln – oder eben die Länge, die das Diabetes-Team vorschlägt. Wichtig ist außerdem, die Nadel senkrecht in die Haut zu stechen. Bei einem zu schrägen Einstich kann es passieren, dass sie nicht ins Unterhautfettgewebe eindringt. Ebenfalls ratsam: jede Nadel nur einmal verwenden, um unnötige Infektionen zu verhindern.

Insulin-Unverträglichkeit kann sich als Brennen bemerkbar machen

Auch das Insulin selbst kann der Grund für das Brennen sein: nämlich dann, wenn eine Unverträglichkeit besteht. Das merkt man normalerweise bei der ersten Anwendung. „Sind Sie unsicher, ob Sie bei Spritzen alles richtig machen oder Insulin richtig vertragen, sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt", empfiehlt Apothekerin Tanja Wulf.

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Blutzucker , Insulin
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Diabetes“

27.05.2022

Fasten-Therapien wie das Intervallfasten können Adipositas und Diabetes Typ 2 vorbeugen und bei bereits bestehenden Erkrankungen den Stoffwechsel verbessern.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Für die empfindliche Gesichtshaut ist die kalte Jahreszeit eine Strapaze. Besonders gilt das für die Lippen. Sie können trocken und spröde werden, Risse bekommen – und sogar bluten. Was kann man tun, um das zu verhindern? Und wie lässt sich das behandeln?

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin