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Sexualität: Oxytocin hilft nicht besser als Reden

Eine Behandlung mit Oxytocin verbessert das sexuelle Erleben von Frauen mit Sexualfunktionsstörungen. Das zeigt eine Studie der MedUni Wien, die im Journal „Fertility and Sterility“ veröffentlicht wurde. Allerdings führten Gespräche mit dem Partner zu ähnlichen Ergebnissen.
Reden mit dem Partner kann so lustfördernd wirken wie die Gabe von Oxytocin

Kommunikation verbessert das sexuelle Erleben ähnlich wie Oxytocin

Dem als Bindungs- oder Kuschelhormon bekannten Oxytocin, das bereits bei Schmerzpatienten und Angsterkrankungen erprobt wurde, wird auch eine sexualitätsfördernde Wirkung zugesprochen. In der acht Monate laufenden Studie erhielten die Probandinnen Oxytocin-Nasenspray unmittelbar vor dem Sexualakt. Es handelte sich um Frauen mit Sexualfunktionsstörungen (Erregungsprobleme, Orgasmusprobleme, Schmerzen).

Gemeinsam mit ihren Partnern führten die Frauen ein Tagebuch und beurteilten anhand eines Fragebogens, wie sich der Sex während der Behandlung verändert hatte. Einer Vergleichsgruppe erhielt im gleichen Zeitraum ein Nasenspray ohne Wirkstoff. Zwar verbesserten sich das Sexualleben und die sexuelle Zufriedenheit bei den Frauen unter Oxytocin-Behandlung signifikant, allerdings hatte die Gruppe, die nur Placebo zu sich genommen hatte, ebenfalls deutlich verbesserte Werte.

Sexualität: Oxytocin hilft, Reden mit dem Partner aber auch

Das zeige, wie enorm wichtig die Kommunikation mit dem Partner für die sexuelle Zufriedenheit ist, sagte Projektleiterin Michaela Bayerle-Eder, Internistin und Sexualmedizinerin an der MedUni Wien. „Offenbar brachte allein die Tatsache, dass sich die Frauen im Zuge der Studie intensiver mit ihrer Sexualität auseinandersetzten und mit ihrem Partner über Sex sprachen, schon messbare Verbesserungen.“

Oft sei wohl eher Stress im Alltag die Ursache für sexuelle Beschwerden als irgendein chemischer Mangel im Hormonhaushalt der Frau, erklärte sie weiter in einer Mitteilung der Universität.

Sexualität: Nutzen der Lustpille für die Frau umstritten

Der Wirkstoff Flibanserin, der im dritten Anlauf von der US-Zulassungsbehörde FDA zugelassen wurde und jetzt als eine Art "Viagra für die Frau" auf den US-Markt kam, verändert das Hormongleichgewicht im Gehirn und soll so die Lust der Frau steigern und zu besserem Sex führen. Aber auch hier wurde in der Placebo-Gruppe eine deutliche Verbesserung der Sexualfunktion gesehen.

Der Wirkstoff hat dabei unangenehme Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit und darf nur von Ärzten verschreiben werden, die zur Anwendung geschult und eine Berechtigung von der FDA erhalten haben. Bayerle-Eder hat daher Zweifel an dem Nutzen des Medikaments: "Von der Lustpille für die Frau sind wir weit entfernt."

Foto: Photographee.eu

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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