Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Senioren heute fitter als früher

Freitag, 27. März 2015 – Autor:
75-Jährige sind heute geistig und körperlich fitter als ihre Altersgenossen vor 20 Jahren. Auch ihr Wohlbefinden und ihre Zufriedenheit sind in den letzten Jahren gestiegen. Das sind die Ergebnisse der Berliner Altersstudie II.
Senioren fitter als früher

Die Menschen bleiben immer länger gesund.

Die Menschen leben immer länger. Aber nicht nur das – es geht ihnen auch immer länger gut, und zwar körperlich, geistig und psychisch. Die heute 75-Jährigen sind allgemein erheblich fitter als ihre Altersgenossen vor 20 Jahren. Zugleich zeichnet sich die Generation der heute 75-Jährigen durch höheres Wohlbefinden aus und ist insgesamt zufriedener mit ihrem Leben. Zu diesen Ergebnissen kommt die Berliner Altersstudie II (BASE-II). Mit der Studie wollen Forscher herausfinden, welche Faktoren dazu beitragen, dass Menschen möglichst gesund älter werden. An den Untersuchungen beteiligt sind die Charité-Universitätsmedizin Berlin, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) im DIW Berlin sowie das Zentrum für Medizinische Forschung der Universität Tübingen.

Körperliche Fitness steigert Wohlbefinden im Alter

„Die Zugewinne, die wir an kognitiver Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden in Berlin gemessen haben, sind beträchtlich und von großer Bedeutung für die Lebensqualität im Alter“, kommentiert Ulman Lindenberger, Direktor am Forschungsbereich „Entwicklungspsychologie“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB). Die Forscher vermuten, dass vor allem eine bessere körperliche Gesundheit und die damit verbundene höhere Selbstständigkeit im Alter zum gesteigerten Wohlbefinden der Senioren beitragen. Aber auch soziokulturelle Faktoren wie ein allgemein gestiegenes Bildungsniveau spielen eine Rolle. In den vergangenen Jahren haben Studien gezeigt, dass Senioren, die beispielsweise eine neue Sprache lernen oder sich mit ihren Enkelkindern beschäftigen, ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit halten können. 

Nach dieser im Vergleich zu früher verlängerten Lebensspanne mit guten und weitgehend gesunden Jahren gibt es jedoch in den allerletzten Lebensjahren meist ein schnelles Nachlassen der Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens. „Wir rechnen damit, dass die beobachteten positiven Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden am Lebensende deutlich abnehmen“, erklärt Denis Gerstorf, Professor für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Berliner Altenstudie II: Vergleich mit früherer Studie

Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler die Daten von rund 700 über 60-jährigen Berlinern, die auf ihre geistige Leistungsfähigkeit getestet und nach ihrem Wohlbefinden befragt wurden. Diese verglichen die Forscher mit den Daten der Vorgängerstudie aus den frühen 1990er-Jahren und identifizierten 161 „statistische Zwillingspaare“, weitestgehend bestehend aus jeweils einer Person desselben Geschlechts aus jeder der beiden Studien, die einander in Alter und Bildung möglichst ähnlich sind. Zusätzlich sind Faktoren wie medizinisch-diagnostizierte Krankheiten bei der Auswertung berücksichtigt worden. Zur Kontrolle der Vergleichbarkeit zogen die Forscher zudem Informationen aus der SOEP-Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hinzu, das seit über 30 Jahren repräsentative Daten über die Bevölkerung in Deutschland erhebt.

Foto: Yuri Arcurs/fotolia.com

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Langes Leben

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Während es die Evolution so eingerichtet hat, dass Babys gern geknuddelt werden, um sich gesund zu entwickeln, sind Berührungen unter Erwachsenen nicht mehr so selbstverständlich. Dabei sind für sie genauso wichtig und gesund. Beispiel: Stressabbau.


Die elektrische Vagusnerv-Stimulation wird etwa bei Depressionen und Schmerzen eingesetzt. Wissenschaftler aus Wien nutzen das Verfahren für sehr kranke Covid-19-Patienten – offenbar mit Erfolg. Die Stimulation des zehnten Hirnnerven erfolgt am Ohr.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin