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Senioren aktiver als angenommen

Montag, 28. Januar 2013 – Autor: Anne Volkmann
Hilfsbedürftig, einsam und schwach – so sieht häufig das gesellschaftliche Bild der älteren Generation in Deutschland aus. Doch mit der Lebenswirklichkeit der „neuen Alten“ hat das heute wenig zu tun. Das zeigt die aktuelle Generali Altersstudie.
Ältere Menschen wollen zu Hause wohnen

Die meisten älteren Menschen wollen in ihren eigenen vier Wänden leben.

Bisher verläuft die Beschäftigung mit den Themen „Alter“ und „demografischer Wandel“ in erster Linie problemorientiert. Altern wird häufig mit Krankheit, Einsamkeit und Pflegebedürftigkeit assoziiert und in der gesellschaftlichen Diskussion vor allem mit der Belastung der sozialen Sicherungssysteme verbunden. Die Generali Altersstudie 2013 zeichnet ein anderes Bild, nämlich das einer aktiven, politisch interessierten und gesellschaftlich engagierten Generation, die vor allem möglichst lange eigenständig leben möchte.

Die Studie zur Frage, wie ältere Menschen leben, denken und sich engagieren, basiert auf einer in ihrem Umfang bislang einzigartigen Erhebung. Über 4.000 Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren wurden dazu persönlich befragt, davon jeweils rund 2.000 in den Altersgruppen 65 bis 75 und 75 bis 85 Jahren. Damit liefert die Studie erstmals ein umfassendes Bild der heute rund 15 Millionen Menschen zwischen 65 und 85 Jahren in Deutschland. Herausgegeben wurde die Studie vom Generali Zukunftsfond in Zusammenarbeit mit dem Allensbacher Institut für Demoskopie.

Generali Altersstudie: Senioren fühlen sich jünger als sie sind

Die Untersuchung zeigt, dass sich die heutigen Senioren deutlich von ihren Vorgängergenerationen unterscheiden. Sie sind sozial vernetzt, mobil, häufig noch gesundheitlich und geistig fit sowie gesellschaftlich aktiv. Die Hälfte der Generation 65plus würde sich nicht einmal als alt bezeichnen; im Durchschnitt fühlen sich die älteren Menschen sogar zehn Jahre jünger, als sie tatsächlich sind. Und auch finanziell geht es ihnen nicht so schlecht, wie häufig angenommen wird. So verfügen die 65- bis 85-Jährigen im Durchschnitt über ein Haushaltsnettoeinkommen von rund 2.200 Euro, 63 Prozent bezeichnen ihre wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut.

Die Frage nach der Zufriedenheit mit ihrem Leben beantwortet die Mehrheit der älteren Menschen sehr positiv. Auf einer Skala von null bis zehn geben 57 Prozent der Befragten einen Wert von acht oder mehr an. Dabei zeigt sich, dass die Unterschiede in der Lebenszufriedenheit weniger vom Alter als mehr von Faktoren wie Bildungsniveau, Einkommen und Gesundheit abhängen. Fast alle älteren Menschen verbindet der Wunsch, so lange wie möglich selbstbestimmt und aktiv zu leben. So wünschen sich die allermeisten von ihnen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Auch bei nachlassenden Kräften würden sie gerne den eigenen Haushalt aufrechterhalten und dafür gegebenenfalls entsprechende Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Allerdings halten viele, nämlich 67 Prozent, ihre derzeitige Wohnsituation nicht für altersgerecht.

 

Viele Ältere engagieren sich ehrenamtlich

Ihre sozialen Kontakte bezeichnet die Generation der 65- bis 85-Jährigen überwiegend als gut bis sehr gut. Im Mittelpunkt steht dabei oft die eigene Familie. 79 Prozent der Befragten geben aber auch an, langjährige Freundschaften zu pflegen, jeder Zweite hat einen festen Freundes- und Bekanntenkreis. Das Gefühl der Einsamkeit entsteht am häufigsten, wenn auch der Gesundheitszustand der Älteren schlechter wird. So geben 48 Prozent der „jüngeren Alten“ zwischen 65 und 69 Jahren mit schlechter Gesundheit an, häufig einsam zu sein, während von den 80- bis 85-Jährigen mit sehr guter Gesundheit nur 14 Prozent das Gefühl der Einsamkeit verspüren. Dieser Zusammenhang zeigt, wie sehr sich die Gesundheit auf alle Bereiche des menschlichen Lebens auswirkt.

Die Generali Altersstudie macht deutlich, dass die Älteren auch gesellschaftlich mitwirken wollen, und zwar innerhalb der Familie, aber auch außerhalb. Und sie tun es bereits. Viele von ihnen unterstützen ihre Familien durch die Betreuung von Enkelkindern oder Hilfe im Haushalt und Garten. Dabei ist der zeitliche Umfang dieser Unterstützung groß. Durchschnittlich 15 Stunden pro Monat ist die ältere Generation für ihre Familien da, 12 Prozent stellen dafür sogar 40 Stunden pro Monat zur Verfügung. 45 Prozent der Generation 65+ engagieren sich zudem ehrenamtlich, dabei in erster Linie in der Kirche, in Seniorenclubs oder im Sport, aber auch im kulturellen und sozialen Bereich.

Wünsche der Senioren

Auch wenn viele Menschen aus der Generation 65plus zufrieden mit ihrem Leben sind, richten sie Wünsche und Verbesserungsvorschläge an die Politik. Dabei wünschen sie sich hauptsächlich, dass die finanzielle Situation ärmerer Rentner verbessert wird, dass genügend gut ausgebildete Pflegekräfte zur Verfügung stehen und dass die Qualität der Pflegeeinrichtungen sichergestellt wird. Ein weiterer häufig geäußerter Wunsch ist, dass die Bedürfnisse ältere Menschen im öffentlichen Nahverkehr stärker berücksichtigt werden. Insgesamt halten 80 Prozent der Befragten es für notwendig, dass spezielle Verbände die Interessen der älteren Menschen auf Bundesebene vertreten.

Foto: Sinnlichtarts - Fotolia.com

Hauptkategorie: Demografischer Wandel
 

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