. Evidenz

Seltene Augenentzündung: Neues Uveitis Register soll Behandlung verbessern

Die Uveitis ist eine seltene Augenentzündung, die bis zur Erblindung führen kann. In einem Nationalen Register werden jetzt die Krankheits- und Therapieverläufe von betroffenen Patienten erfasst. Die Datensammlung soll mehr Evidenz über die Behandlung liefern.
Uveitis, Augenentzündung, Register

Das Foto zeigt den hinteren Augenabschnitt eines Patienten mit chronischer Entzündung der Aderhaut: Die Narben im Bereich der Netz- und Gefäßhaut sind durch die Uveitis entstanden

Unter Leitung der Uni-Augenklinik Bonn bauen Forscher ein Nationales Register zur nicht-infektiösen Uveitis auf. Da es sich bei der Uveitis um eine sehr seltene Augenentzündung handelt, fehlen dazu bislang gute Daten und Evidenz. Mit dem TOFU- Register soll sich das ändern: In einer Datenbank werden ab sofort die Krankheits- und Therapieverläufe sowie Daten zur Lebensqualität der behandelten Patienten mit einer nicht-infektiösen Uveitis des hinteren Augensegments dokumentiert und ausgewertet. Alle großen Uveitis-Zentren in Deutschland beteiligen sich daran. Weil auch rheumakranke Personen von Uveitis betroffen sein können, arbeitet das TOFU-Register eng mit dem Deutschen Rheumaforschungszentrum zusammen. Eine Uveitis tritt meist im mittleren Lebensalter auf und kann deshalb zu beruflichen Ausfällen führen.

Gefährliche Autoimmunerkrankung

Bei der Uveitits handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, durch die sich das Auge entzündet. Wenn insbesondere die Gefäßhaut des hinteren Auges betroffen ist, kann dies bei bis zur Hälfte der Patienten zu einer deutlichen Verschlechterung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen. „Die nicht-infektiöse Uveitis des hinteren Augensegments führt häufig zu Sehverschlechterungen, deshalb ist für sie der Bedarf an Therapien am größten“, sagt Prof. Dr. Robert P. Finger von der Universitäts-Augenklinik Bonn, der Koordinator des Projektes. Oberstes Behandlungsziel sei, sowohl unerwünschte Wirkungen der Medikamente als auch ein Wiederaufflammen der Entzündung und damit eine weitere Verschlechterung des Sehvermögens zu vermeiden.

 

Immunsuppressiva sollen Entzündung unterdrücken

Patienten müssen daher oft dauerhaft Immunsuppressiva einnehmen. Um den Erfolg dieser nebenwirkungsreichen Behandlung besser einschätzen zu können, sind die Daten des Registers von großem Wert: „Mit dem TOFU-Register wächst in den nächsten Jahren eine Basis heran, die hochqualitative Daten zur nachweisgestützten Behandlung mit immunmodulierenden Therapien bei nicht-infektiöser Uveitis liefert“, sagt Finger. Die Wissenschaftler werden das Register auswerten und Berichte zu den wegweisenden Ergebnissen erstellen. Darauf basierend kann dann die Fachgesellschaft zum Beispiel Behandlungsempfehlungen herausgeben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben in den nächsten fünf Jahren mit 2,7 Millionen Euro. Die Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft kofinanziert das Register und will es auch nach Ende des Förderzeitraums fortführen.

Foto: © Carsten Heinz

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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