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17.09.2012

Sehfehler bei Kleinkindern oft unerkannt

Bei etwa einem Viertel aller Kleinkinder werden Sehfehler nicht bemerkt. Bei vielen von ihnen entstehen dadurch dauerhafte Sehschäden.
Ein Viertel der Sehfehler bei Kleinkindern bleibt unerkannt

Ein Viertel der Sehfehler bei Kleinkindern bleibt unerkannt

Studien zeigen, dass bei jedem vierten Kind unter drei Jahren Sehfehler unbemerkt bleiben - mit der Folge, dass bei etwa jedem 20. Kind ein Auge dauerhaft schwachsichtig bleibt. Eine Therapie kommt dann häufig zu spät. Augenärzte fordern daher eine routinemässige Vorsorgeuntersuchung von Kleinkindern spätestens im Alter von zwei Jahren, um Sehfehler rechtzeitig zu entdecken. Dies teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld des 110. DOG-Kongresses in Berlin mit.

Vorsorge: Untersuchung beim Augenarzt gefordert

Schon seit langem gehört ein einfacher Sehtest beim Kinderarzt zum Vorsorgeprogramm für Kleinkinder. Aus der Sicht von Kinder- und Augenärzten reicht dieser Test jedoch nicht aus. Seit Jahren treten sie daher gemeinsam für eine Vorsorgeuntersuchung bei einem Augenarzt ein. "Nur der Augenarzt kann Netzhaut und Sehnerv eingehend untersuchen und krankhafte Veränderungen rechtzeitig diagnostizieren", so Dr. Joachim Esser, Leitender Arzt der Orthoptik an der Universitäts-Augenklinik Essen in der Pressemitteilung der DOG.

 

Kinderärzte erkennen nicht alle Sehfehler

Ein Augenarzt kann zudem auch schon bei Säuglingen Fehlsichtigkeiten oder Schielen mittels einer Skiaskopie erkennen. Dass Augenärzte bei der Diagnose von Sehfehlern bei Kleinkindern eine höhere Trefferquote haben als Kinderärzte, wird durch zahlreiche Studien belegt. So ergab eine Studie der Augenklinik und des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Universität Köln, dass Kinderärzte 75 Prozent der kindlichen Sehfehler richtig diagnostizierten, Augenärzte jedoch 95 Prozent.

"Eine frühzeitige Diagnose von Sehschwächen ist wichtig, weil die natürliche Entwicklung des Sehsystems beim Menschen in den ersten Lebensjahren erfolgt und etwa bei Einschulung abgeschlossen ist", so Esser. Wenn nicht schon im Vorschulalter eine geeignete Therapie erfolge, müsse meist mit einer bleibenden Sehschwäche gerechnet werden. Eltern, die bei ihren Kindern Warnzeichen wie Schielen, Augenzittern, Vorbeigreifen, Lichtempfindlichkeit oder tränende Augen bemerken, sollten unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen.

Foto: Aaron Amat / fotolia.com

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