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Seelische Gesundheit von Kindern: Merkblätter sollen Eltern unterstützen

Einer aktuellen Studie zufolge sind bei etwa 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland zwischen drei und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten zu beobachten. Neue Merkblätter sollen Eltern nun unterstützen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Depressionen bei Kindern, Seelische Gesundheit von Kindern

Schon Kinder können unter Depressionen und Angststörungen leiden. Eltern sollen nun mit Flyern unterstützt werden.

Seit einigen Jahren ist bei Kindern und Jugendlichen eine Zunahme der psychischen Auffälligkeiten zu beobachten. Nun sollen Merkblätter Eltern helfen, die seelische Entwicklung ihrer Kinder zu stärken. In den Flyern „Seelisch gesund aufwachsen“ werden die Bedürfnisse der Kinder je nach Alter erklärt und Empfehlungen gegeben, wie ihre seelische Gesundheit gefördert werden kann. Eltern, die mit ihrem Kind zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen, erhalten dort die Blätter.

Ein Fünftel der Kinder ist psychisch auffällig

Laut einer aktuellen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie) zeigen etwa 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren psychische und psychosomatische Auffälligkeiten. Die Merkblätter setzen hier präventiv an. Ziel ist es, die seelischen Bedürfnisse der Kinder zu erklären - von Geburt an bis zum sechsten Lebensjahr. Dabei werden unter anderem Fragen geklärt wie: Warum braucht das Kind meine Nähe? Was soll ich tun, wenn es fremdelt? Wie soll ich mit Ängsten meines Kindes umgehen? Wie lernt mein Kind Empathie und Konfliktfähigkeit?

„Gesund aufwachsen bedeutet mehr als nur körperliches Wohlbefinden. In der Kindheit wird der Grundstein gelegt für unsere seelische Gesundheit und unsere Widerstandsfähigkeit im Umgang mit schwierigen Lebenssituationen. Die gesetzlichen Krankenkassen wollen die Eltern dabei unterstützen, die seelische Gesundheit ihrer Kinder zu stärken“, erklärt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek).

 

Kinder- und Jugendärzte oft erster Ansprechpartner

„Emotionale Vernachlässigung in früher Kindheit gilt als bedeutendster Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter“, stellt Dr. Hermann-Josef Kahl, Bundespressesprecher des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), fest. Er erklärt weiter: „Ein niedriger sozioökonomischer Status der Familie, mangelnde Bildung, schlechte Wohnverhältnisse oder auch eine Suchterkrankung eines Elternteils können die emotionalen, sozialen und kulturellen Ressourcen einer Familie schwächen. Für Eltern sind die Kinder- und Jugendärzte in der Regel die ersten Ansprechpartner. Sie haben einen besonderen Blick für die Probleme der Eltern und Kinder.“

Die Merkblätter „Seelisch gesund aufwachsen“ sind ein Gemeinschaftsprojekt der gesetzlichen Krankenkassen, des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Liga für das Kind, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen. Ergänzend zu den zehn Merkblättern sind Filme in mehreren Sprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch) produziert worden. 

Foto: © vovan - Fotolia.com

Foto: ©vovan - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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