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10.04.2018

Sedierung bei Endoskopie: Komplikationen sind selten

Die Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen. Nun hat eine Studie die hohe Sicherheit des Verfahrens bestätigt. Demnach kommt es nur bei einer von 10.000 Untersuchungen zu einem zusätzlichen kardiopulmonalen Ereignis.
Sedierung bei Endoskopie

Eine Studie bestätigt: Bei gastrointestinalen Endoskopien treten nur sehr selten Komplikationen auf

Immer öfter sedieren Ärzte ihre Patienten bei der gastrointestinalen Endoskopie (Magenspiegelung). Das schafft einen deutlichen Komfort für Patienten und erleichtert den Medizinern die Untersuchung. Vor allem bei aufwändigen und langen Prozeduren gilt die Sedierung häufig als Voraussetzung für eine erfolgreiche und risikoarme Untersuchung oder Intervention.

Dennoch ist das Verfahren weiterhin Gegenstand vieler, teils auch kontroverser Diskussionen, da zusätzliche kardiopulmonale Komplikationen auftreten können. Wie hoch das Risiko dafür ist, war bisher allerdings unklar. Nun hat die ProSed-2-Studie die hohe Sicherheit der Sedierung bei der gastrointestinalen Endoskopie bestätigt.

Schwere Komplikationen nur bei 0,01 Prozent der Patienten

Für die Studie wurden Daten von 368.206 Endoskopien aus 39 Studienzentren prospektiv aufgezeichnet. Am häufigsten wurde zur Sedierung Propofol verwendet, bei 62 Prozent der Patienten als einziger Wirkstoff, bei 22,5 Prozent in Kombination mit Midazolam. 10,9 Prozent der Endoskopien wurden ohne Sedierung durchgeführt, wobei bei diesen Patienten vermehrt Notfallindikationen vorlagen.

Insgesamt ist den Studienergebnissen zufolge bei einer von 10.000 Untersuchungen mit einem zusätzlichen kardiopulmonalen Ereignis zu rechnen. 28 Studienteilnehmer mussten intensivmedizinisch betreut werden, 13 starben, wobei neun der Gestorbenen eine Notfalluntersuchung erhalten hatten. Unter den leichteren Komplikationen traten am häufigsten Atemdepression, Hypotonie und Herzrhythmusstörungen auf.

Erhöht war das Komplikationsrisiko sowohl bei Notfalluntersuchungen als auch bei längeren Endoskopien. Auch die Art der Endoskopie beeinflusste das Risiko: Am geringsten war dieses gegenüber der Ösophagogastroduodenoskopie bei Kolonoskopie und endoskopischem Ultraschall. Unter den Sedierungsmaßnahmen hatte Propofol eine um 25 Prozent niedrigere Komplikationsrate als Midazolam. Die Kombination aus beiden Wirkstoffen ist vergleichbar mit der Einzelgabe von Midazolam.

 

Sedierung sorgfältig abwägen

Die Studie bestätigt die Seltenheit akuter Komplikationen und die niedrige Mortalitätsrate im Zusammenhang mit der Sedierung während einer gastrointestinalen Endoskopie. Bei 12 der 13 verstorbenen Patienten waren jeweils mindestens drei Risikofaktoren identifiziert worden. Deren Kenntnis, so die Studienautoren, könnte künftig eine noch bessere Planung und ein risikoadaptiertes Management für entsprechende Patienten ermöglichen.

Eine Sedierung bei gastroenterologischer Endoskopie ist nicht immer notwendig. Vielmehr hängt die Entscheidung von der Art der Untersuchung, der Untersuchungsdauer, der Komplexität und der Invasivität der Untersuchung sowie von individuellen Patientenmerkmalen ab.

Foto: © Werner - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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