. Magenspiegelung

Sedierung bei Endoskopie: Komplikationen sind selten

Die Sedierung in der gastrointestinalen Endoskopie ist weiterhin Gegenstand von Diskussionen. Nun hat eine Studie die hohe Sicherheit des Verfahrens bestätigt. Demnach kommt es nur bei einer von 10.000 Untersuchungen zu einem zusätzlichen kardiopulmonalen Ereignis.
Sedierung bei Endoskopie

Eine Studie bestätigt: Bei gastrointestinalen Endoskopien treten nur sehr selten Komplikationen auf

Immer öfter sedieren Ärzte ihre Patienten bei der gastrointestinalen Endoskopie (Magenspiegelung). Das schafft einen deutlichen Komfort für Patienten und erleichtert den Medizinern die Untersuchung. Vor allem bei aufwändigen und langen Prozeduren gilt die Sedierung häufig als Voraussetzung für eine erfolgreiche und risikoarme Untersuchung oder Intervention.

Dennoch ist das Verfahren weiterhin Gegenstand vieler, teils auch kontroverser Diskussionen, da zusätzliche kardiopulmonale Komplikationen auftreten können. Wie hoch das Risiko dafür ist, war bisher allerdings unklar. Nun hat die ProSed-2-Studie die hohe Sicherheit der Sedierung bei der gastrointestinalen Endoskopie bestätigt.

Schwere Komplikationen nur bei 0,01 Prozent der Patienten

Für die Studie wurden Daten von 368.206 Endoskopien aus 39 Studienzentren prospektiv aufgezeichnet. Am häufigsten wurde zur Sedierung Propofol verwendet, bei 62 Prozent der Patienten als einziger Wirkstoff, bei 22,5 Prozent in Kombination mit Midazolam. 10,9 Prozent der Endoskopien wurden ohne Sedierung durchgeführt, wobei bei diesen Patienten vermehrt Notfallindikationen vorlagen.

Insgesamt ist den Studienergebnissen zufolge bei einer von 10.000 Untersuchungen mit einem zusätzlichen kardiopulmonalen Ereignis zu rechnen. 28 Studienteilnehmer mussten intensivmedizinisch betreut werden, 13 starben, wobei neun der Gestorbenen eine Notfalluntersuchung erhalten hatten. Unter den leichteren Komplikationen traten am häufigsten Atemdepression, Hypotonie und Herzrhythmusstörungen auf.

Erhöht war das Komplikationsrisiko sowohl bei Notfalluntersuchungen als auch bei längeren Endoskopien. Auch die Art der Endoskopie beeinflusste das Risiko: Am geringsten war dieses gegenüber der Ösophagogastroduodenoskopie bei Kolonoskopie und endoskopischem Ultraschall. Unter den Sedierungsmaßnahmen hatte Propofol eine um 25 Prozent niedrigere Komplikationsrate als Midazolam. Die Kombination aus beiden Wirkstoffen ist vergleichbar mit der Einzelgabe von Midazolam.

 

Sedierung sorgfältig abwägen

Die Studie bestätigt die Seltenheit akuter Komplikationen und die niedrige Mortalitätsrate im Zusammenhang mit der Sedierung während einer gastrointestinalen Endoskopie. Bei 12 der 13 verstorbenen Patienten waren jeweils mindestens drei Risikofaktoren identifiziert worden. Deren Kenntnis, so die Studienautoren, könnte künftig eine noch bessere Planung und ein risikoadaptiertes Management für entsprechende Patienten ermöglichen.

Eine Sedierung bei gastroenterologischer Endoskopie ist nicht immer notwendig. Vielmehr hängt die Entscheidung von der Art der Untersuchung, der Untersuchungsdauer, der Komplexität und der Invasivität der Untersuchung sowie von individuellen Patientenmerkmalen ab.

Foto: © Werner - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Endoskopie , Magenkrebs , Darmkrebs , Magenspiegelung (Gastroskopie) , Refluxösophagitis
 

Weitere Nachrichten zum Thema Endoskopie

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Abermals bestätigt eine Studie: Sonnenlicht beeinflusst den Verlauf von Multiple Sklerose positiv. Der Vitamin-D-Spiegel scheint dabei aber nicht die einzige Rolle zu spielen. Die Studienautoren konnten eine weitere Ursache für die Effekte von UV-Licht identifizieren.
Bislang sind zwei Impfstoffe in Deutschland zugelassen, von Biontech/Pfizer und Moderna. Der Impfstoff von AstraZeneca könnte ab Ende Januar erhältlich sein. Das unterscheidet die Impfstoffe.
Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.