Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Schwer einstellbaren Bluthochdruck besser behandeln

Bis zu 20 Prozent der Hypertonie-Patienten leiden unter schwer einstellbarem Bluthochdruck. Trotz Therapie erreichen sie keine guten Werte. Ein Experte erläutert, wie sich die Behandlung verbessern lässt.
Blutdruck messen

Bei einigen Patienten lässt sich Bluthochdruck trotz Therapie schwer einstellen

Von schwer einstellbarem oder auch therapieresistentem Blutdruck sprechen Ärzte, wenn Patienten trotz Veränderung ihres Lebensstils und einer Therapie mit drei verschiedenen Blutdrucksenkern keine guten Werte erreichen.

Welche Ursachen es dafür gibt und wie diese Patienten besser versorgt werden könnten, erläutert ein Experte der Deutschen Hochdruckliga (DHL) - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention vor der gemeinsamen Tagung der DHL und der Deutschen Diabetes Gesellschaft im November in Mannheim.

Weitere Blutdrucksenker nicht immer sinnvoll

„Die Ursachen sind sehr unterschiedlich und nicht immer einfach zu diagnostizieren. Ohne ein klares Konzept für die Diagnostik und Versorgung kann es zu einer Über- oder Fehlbehandlung kommen“, erläutert Prof. Walter Zidek, Klinikdirektor an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Schwerpunkt Nephrologie, Endokrinologie und Transplantationsmedizin.

Treten Schwierigkeiten in der Hochdruckbehandlung auf, benötigt es manchmal statt eines Wechsels oder der Hinzunahme weiterer Blutdruckmedikamente neue diagnostische oder therapeutische Herangehensweisen. „Hier ist eine systematische und rationale Suche nach den Ursachen wichtig“, so der Experte in einer Pressemitteilung.

 

Rolle entwässernder Medikamente wird unterschätzt

Ein großer Teil der schwer einstellbaren Patienten hat Probleme mit der Adhärenz, also mit der Einnahmetreue bezüglich der verordneten Medikamente. „Oft ist es in der Praxis nicht einfach, diese Patienten auszumachen und auch nicht leicht, ihre Haltung zur Medikation zu verändern“, sagt Professor Zidek.

Eine weitere Ursache kann in einer nicht ausreichenden ärztlichen Behandlung liegen. „In der Praxis ist eines der häufigsten Defizite in der Behandlung der schwer einstellbaren Patienten, die Rolle der Kochsalz-Elimination durch eine entsprechende diuretische, also entwässernde Therapie zu unterschätzen“, erläutert der Experte.

Darüber hinaus kann ebenso eine Nierenerkrankung oder eine endokrinologische Erkrankung einem schwer einstellbaren Bluthochdruck zugrunde liegen. Auch eine Begleiterkrankung wie Niereninsuffizienz, das metabolische Syndrom oder eine obstruktive Schlafapnoe erschweren die Behandlung.

Schwer einstellbaren Bluthochdruck besser behandeln

„Wir benötigen Spezialisten und interdisziplinären Zentren, um der Herausforderung ‚schwer einstellbare Hypertoniker’ zu begegnen“, betont Professor Zidek. Die Deutsche Hochdruckliga hat daher spezielle Fortbildungs-Angebote entwickelt, die helfen sollen, schwer einstellbaren Blutdruck besser zu behandeln.

Dazu zählen die Fortbildung zum Hypertoniespezialisten „Hypertensiologen DHL“  sowie die Qualifizierung zum „Zertifizierten Hypertonie-Zentrum DHL“. Dort arbeiten Bluthochdruck-Spezialisten mit anderen Fachrichtungen wie Gynäkologie, Kardiologie und Endokrinologie zusammen, was zur Abklärung der Ursachen und zu einer besseren Behandlung beitragen könnte.

Foto: Bits and Splits/ fotolia.com

Foto: ©Bits and Splits - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Das Gehirn als Denkfabrik des Menschen produziert nicht nur schlaue Gedanken und speichert Wissen und Erfahrungen. Es produziert auch materiellen Stoffwechsel-Abfall: 2,5 Kilo im Jahr, doppelt so viel wie das eigene Organgewicht. Damit das Gehirn funktionstüchtig und gesund bleibt, muss es gereinigt werden – und dies geschieht vor allem nachts. Ein Grund, warum gesunder Schlaf lebenswichtig ist.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin