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Schweinegrippe: schwere Verläufe bei Kindern

Kinder mit Grunderkrankungen sollten gegen Influenza geimpft sein. Darauf weist das Robert Koch-Institut jetzt hin. Infektionsepidemiologen des RKI hatten im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass die pandemische Influenza A H1N1 2009 oder "Schweinegrippe" bei Kindern und Jugendlichen weitaus schwerer verlaufen ist als die Influenza in den Jahren zuvor.
Schweinegrippe: schwere Verläufe bei Kindern

Foto: © S. Hofschlaeger /PIXELIO

 

In der amerikanischen Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases haben Infektionsepidemiologen des Robert Koch-Instituts eine Studie mit Daten zu schweren und tödlichen Erkrankungen durch pandemische Influenza (Influenza A H1N1 2009 oder "Schweinegrippe") bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. Für diese Gruppe gab es bislang europaweit kaum wissenschaftliche Daten. Die Ergebnisse zeigen deutlich mehr schwere Erkrankungen als in den Jahren zuvor und unterstreichen die Bedeutung der Influenzaschutzimpfung insbesondere für Kinder mit Grunderkrankungen. Diese wird von der Ständigen Impfkommission seit Jahren empfohlen.

Impfungen gegen Influenza immernoch sinnvoll

Da derzeit "Influenza A(H1N1) 2009" dominiert, rechnet das RKI insbesondere beim Vorliegen von Grundkrankheiten auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern weiterhin mit schweren Erkrankungen. "Auch wenn die Influenzawelle bereits begonnen hat, kann die Impfung noch sinnvoll sein, man sollte seinen Arzt ansprechen", betont Prof. Dr. Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Die Wissenschaftler des RKI untersuchten intensivstationspflichtige und tödliche Fälle von pandemischer Influenza bei Kindern unter 15 Jahren. Dazu befragten sie zwischen August 2009 und April 2010 monatlich rund 380 Kinderkliniken. Für die Studie wurden die Angaben zu 93 schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen mit laborbestätigten Influenzainfektionen ausgewertet, 15 von ihnen sind gestorben (16 Prozent). Drei Viertel der Patienten aus der RKI-Studie hatten mindestens eine chronische Grunderkrankung, am häufigsten neurologische Entwicklungsstörungen, gefolgt von chronischen Atemwegserkrankungen, Immunschäden und Herzkrankheiten.

Dagegen waren in einer Studie mit demselben Kliniknetzwerk in den drei Influenza-Saisons 2005/06, 2006/07 und 2007/08 insgesamt nur zwei Todesfälle registriert worden.

 
 

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